ZEIT FÜRS TRAINING
Forscher haben herausgefunden, welche Tageszeit für Bodybuilder am besten geeignet ist, um das volle Trainingsprogramm durchzuziehen.
ZIELE SETZEN
Formulieren Sie Ihre Ziele, und es wird Ihnen gelingen, Ihre Träume zu realisieren.
DIE SCHMERZZONE...
... und wie man sie am besten für einen schnellstmöglichen Muskelaufbau nutzen kann.
NICHT ZUVIEL...
...trainieren, nichts übertreiben! Denn sonst waren plötzlich alle Anstrengungen umsonst.
UND JETZT: PAUSE!
Nehmen Sie eine Auszeit und legen Sie zu. Wer sich keine Erholungsphasen gönnt, baut ab.
MEHR ODER WENIGER?
Ein Vergleich von Einzelsätzen mit Mehrfachsätzen zeigt deren Auswirkungen auf den Testosteronspiegel.
GEISTES-KRAFT
Allein der Gedanke an eine Muskelanspannung kann Ihnen einen Kraftschub spendieren.
Wenn Sie Seite 42 aufschlagen, wird Ihnen in unserem Trainingsprogramm sicher der Terminus der Dreifachsätze auffallen. Was aber ist ein Dreifachsatz? Ganz einfach: Es handelt sich um einen doppelten Reduktionssatz, also: ein Satz bis zum Versagen, dann das Gewicht reduzieren, sofort wieder ein Satz bis zum Versagen und dann der letzte Satz. Oder: Ein Reduktionssatz in einer Übung, gefolgt von einem Satz aus einer anderen Übung. Oder sogar ein Dreiersatz, also ein Satz aus drei verschiedenen Übungen, ohne eine Pause dazwischen einzulegen. Und wir absolvieren die Übung nicht etwa dreifach, weil wir den Schmerz lieben. Nein: Wir wollen unsere Muskeln mit Blutvolumen und stärkerer Faseraktivierung aufbauen. Wir haben das sowohl in dieser Serie als auch bereits auf unserer Webseite erläutert.
Ich denke, meine Beine sind genetisch einfach bevorzugt. So war ich bisher in jedem Fitness-Studio für alle „der Typ mit den starken Beinen“. Aber ich habe ja auch über 17 Jahre lang hart gearbeitet, um dahin zu kommen (zugegeben: in den ersten vier Jahren trainierte ich nur die Brust und die Arme). Und als persönlicher Trainer und Autor habe ich die meiste Zeit meines Lebens auch versucht, anderen dabei zu helfen, stärkere und mächtigere Beine aufzubauen.
Was denken Sie wohl, wenn ich ganz provokativ behaupte, dass Crunch und Knieheben an der Stange, im Hängen also, eigentlich ziemlich schlappe Bauchmuskelübungen sind? Vielleicht werden Sie sagen: „Wie bitte? Ist der nun völlig verrückt geworden?“ Aber hallo! Lesen Sie erst einmal weiter. Denn meine These ist wissenschaftlich fundiert. Forscher behaupten nämlich, am effektivsten sei der Muskel dort zu trainieren, wo er seine maximale Kraft entwickeln kann. Und das geschieht während einer Übung genau da, wo der Zielmuskel Höchstleistungen produziert. Diese Stelle wollen wir mal den „sweet spot“, respektive auf gut deutsch den „Schlüsselpunkt“ nennen.
Sehen wir der Wahrheit doch mal ins Auge: Sie machen keinerlei Fortschritte mehr beim Bankdrücken. Also ist die Zeit reif, etwas Neues zu probieren. Ärgern Sie sich nicht: Mir ist es auch so ergangen. Es kam der Tag, an dem mein Brusttraining stagnierte – und das wollte ich erst einmal nicht zugeben. Es kam noch schlimmer: Alle Änderungen in meinem Trainingsprogramm nutzten nichts. Ich versuchte es mit zusätzlichen Ruhetagen, änderte die Zahl der Wiederholungen und Sätze und steigerte die Proteinaufnahme. Nichts davon funktionierte. Mein Körper reagierte einfach nicht darauf. Ich brauchte mehr – etwas Neues, etwas Drastisches! Dann stieß ich auf die Positionen-Isometrie.
Pavel Tsatsouline war früher Ausbilder für Körpertraining bei einem sowjetischen Sondereinsatzkommando. Heute arbeitet er als Kraftcoach beim amerikanischen Marinekorps. Seine Methoden, insbesondere sein Kettlebell-Training, werden von vielen Sport- und Krafttrainings-Spezialisten als brutal, aber effektiv bezeichnet. Mehr dazu im Gespräch, das unser Mitarbeiter Ori Hofmekler mit ihm führte.
Sie, liebe Leser, haben mich immer wieder aufgefordert, über das von Dr. John Ziegler entwickelte Power-Rack-Training zu schreiben. Natürlich habe ich schon länger über das Thema nachgedacht, wusste aber nie, wie ich all die damit zusammenhängenden Aspekte in einem einzigen Artikel unterbringen sollte. Dann fiel mir etwas Besseres ein, nämlich: diese vermeintlich simple Trainingsmethode als Serie zu behandeln. Neben den Kernpunkten können so auch die nicht unwichtigen Nebenaspekte ausführlich beleuchtet werden.
Das Fett verbrennt im Feuer der Kohlenhydrate.“ Dieser weit verbreiteten Erkenntnis liegt die Annahme zugrunde, dass man zumindest einen minimalen Kohlenhydratspiegel haben muss, um Fett effizient im Körper verbrennen zu können. Das hängt mit der Synthese jener Stoffe zusammen, die einen metabolischen, also Energie gewinnenden Prozess in Gang setzen, der im Englischen nach einem seiner Entdecker „Krebs-Zyklus“, in Deutschen Zitronsäurezyklus genannt wird. Für die Substanzsynthese werden einige Kohlenhydrate benötigt, aber dem Muskelgewebe fehlen die nötigen Enzyme, um die Nebenprodukte des Glukosestoffwechsels in Zitronsäureprodukte umzuwandeln. Stattdessen werden Aminosäuren im Muskel abgebaut, und zwar insbesondere die zu Ketten verzweigten wie Leucin, Isoleucin und Valin.
Besser leben mit Chemie“ – jenes Motto von Du- Pont aus den Fünfziger- und Sechzigerjahren stand für ein einfacheres Leben durch Nutzung moderner chemischer Produkte.Was natürlich gleichzeitig den Multis satte Profite bringen sollte. Selbstverständlich hat die Entwicklung neuer Chemikalien der Menschheit viel Gutes gebracht und sogar die Gefahr tödlicher Krankheiten verringert. Trotzdem sorgt das Wort „chemisch“ für Misstrauen – besonders wenn es sich um synthetisch hergestellte Substanzen handelt. Und dieses Misstrauen trifft gerade auch die künstlichen Süßstoffe.
Ich bin 27 Jahre alt und begeisterter Bodybuilder. Mit 15 fing ich mit der Entwicklung meiner Fitness an. Ich bin immer ein dickes Kind gewesen – bis zu dem Tag, an dem ich mich entschloss, das zu ändern. Es gelang mir, mehr als 20 kg abzunehmen und mein Gewicht von 82 auf rund 60 Kilo zu reduzieren. Ich wurde geradezu besessen von meiner Diät. Das flaute aber wieder ab und zum Abitur hatte sich mein Gewicht bei ungefähr 64 kg eingependelt. Während des Studiums begann ich mit dem Gewichtheben und trat sogar einem Ruderteam bei. Zum Hochschulabschluss lag ich bei knapp 80 kg. Zu Beginn des Jurastudiums war mein Bodybuilding-Ziel, Muskelmasse aufzubauen. Aber so sehr ich mich auch anstrengte – und trotz verschiedener gezielter Übungen und Diäten – gelang es mir nicht, meinen Körper und meine Kraft nachhaltig zu entwickeln. Ich nahm zirka 3.400 Kalorien pro Tag zu mir. Sobald ich aber an Gewicht zulegte, geschah das ausschließlich am Bauch, was mich – früher ja ein dickes Kind – schier wahnsinnig machte. Das Jurastudium beendete ich mit einem Körpergewicht von ungefähr 83 kg.
Ich besitze viele Ihrer Bücher, zweifle aber am „Training bis zum Versagen“, das Sie beim X-Rep- Training vorschlagen. Ist diese Methode nicht eher schlecht? Denn ich habe gehört, dass man es für den Zuwachs nicht braucht und es zur Erschöpfung des zentralen Nervensystems führen kann. Kommt es dann nicht auch zu Burnout und Übertraining? Eine gute Frage, die ich in der SPORTREVUE schon lange ansprechen wollte. Ein Training bis zum Versagen ist nicht wirklich erforderlich, führt aber schneller zum Muskelaufbau. Das hängt mit dem Größenprinzip der Rekrutierung von Muskelfasern zusammen. Beim Satz verursachen zuerst die motorischen Übungen mit niedriger Reizschwelle ein Brennen, gefolgt von denen mit mittlerer und denen mit hoher Schwelle (den reinen SK-Fasern). Wenn Sie nicht bis zum Versagen gehen, erreichen Sie die Grenze mit hohem Schwellenwert nie.
Ein Bodybuilder in meinem Studio vertritt die These, dass wir „auf unsere Körper hören“ sollen – und folglich den Aufbau unseres Trainings danach richten können, wie wir uns gerade fühlen. Ich habe mir dazu mal die Veröffentlichungen von Mike Mentzer angesehen, aber der scheint dem so genannten „instinktiven Training“ nicht recht zu vertrauen. Mike war ein überzeugter Anhänger der Ayn-Rand- Philosophie des Objektivismus und setzte daher eher auf den Verstand als auf das Gefühl. Er glaubte nicht, dass wir instinktgesteuerte Wesen sind, deren ganzes Wissen bereits bei der Geburt im Nervensystem hinterlegt ist. So gibt es für ihn auch kein unfehlbares instinktives Trainingsprinzip. Laut Ayn Rad erwerben wir unser Wissen vielmehr durch Lernen, müssen uns also fürs Denken entscheiden. Da viele Leute aber nie gelernt haben, kritisch zu denken und objektiv zu urteilen, liegen sie oft daneben und können Schein und Sein nicht unterscheiden.
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Eine Eigenschaft charakterisiert Jen Hendershott besonders: ihr stets hundertprozentiger Einsatz. Mit ihrem Talent, ihrer Ausstrahlung und ihrem geradezu überschäumenden Enthusiasmus ist sie der Mittelpunkt jeder Show – ganz unabhängig davon, wie sie abschneidet. Dabei muss sie zeitweise das Gefühl gehabt haben, gegen Windmühlen zu kämpfen: Ihr Sport wurde jahrelang von Susie Curry dominiert, dann hatte sie es mit Kelly Ryan und später mit Adela Garcia-Friedmansky zu tun. Beide waren ihr beim Versuch, Curry vom „Thron“ zu stürzen, ständig um eine Armlänge voraus – gerade Ryan schien die Kür-Runden immer fest im Griff zu haben. Doch nachdem Curry abgetreten war, gelang es Jen, ihre Konkurrentin Ryan in den körperorientierten Runden einzuholen und im letzten Herbst schaffte sie es in der Gesamtwertung der Olympia-Wahl sogar auf den zweiten Platz hinter Garcia- Friedmansky.
Interessante Ereignisse prägten dieFigure Internationals 2005: Latisha Wilder wurde von den Kampfrichtern „entdeckt“ und platzierte sich auf Rang 5. Damit hat sie die Qualifikation für die Olympia-Wahl verdient! Wie ich zu dieser Behauptung komme? Nun, möglicherweise ist das „verdient“ eine leichte Übertreibung. Aber immerhin konnte die Landesmeisterin des letztjährigen „Figure National“-Wettkampfes, Mary Elizabeth Lado, mit einem äußerst erfolgreichen Profi- Debüt beeindrucken, landete sie doch vor der letztjährigen Newcomerin Christine Pomponio-Pate auf dem 3. Platz. Im wesentlichen unterschied sich die von Jim Lorimer und Arnold Schwarzenegger inszenierte große Figur-Show nicht von den Veranstaltungen der letzten Jahre
Zum zweiten Mal in der Geschichte des NAC zeichnete Enrico Schütze als Veranstalter verantwortlich. Enrico und sein Orga-Team hatten die Deutsche Meisterschaft perfekt im Griff und sorgten dafür, dass es alles in allem eine gut durchorganisierte Meisterschaft ohne technische Pannen wurde. Der riesigen Sport- und Kongresshalle über Nacht einen würdigen Rahmen für die Ausrichtung einer Bodybuilding DM zu geben, war eine kleine Meisterleistung. Die Teilnehmerzahlen wiesen in diesem Frühjahr den erwartungsgemäßen Rückgang auf, der entsteht, wenn im Herbst eine „Universum“ auf deutschem Boden stattfindet. Nachdem sich die Universum 2003 in Cuxhaven zu einem wahren Medienspektakel entwickelte, ist nur verständlich, dass jeder Athlet bemüht ist, sich einen Platz vor den TV-Kameras zu sichern. Am 3. Dezember 2005 geht die nächste Universum im Aachener Eurogress an den Start.
Die Überraschung kam per SMS: „Du kannst zu den World Games, wenn du willst“, stand auf dem Display ihres Handys. Damit hatte Conny Hakuba nun gar nicht gerechnet, denn eigentlich hatte sie sich für die Wettkämpfe der nicht-olympischen Sportarten nicht qualifiziert. Doch Steffi Klopp hatte ihre Teilnahme abgesagt, und so rutschte Conny Hakuba ins Team nach. Sie wird nun Mitte Juli die deutsche Mannschaft bei den World Games in Duisburg unterstützen. Die Nachricht kam erst vier Wochen vor dem Termin. Das bedeutete eine intensive Vorbereitung für Conny, denn sie hatte die Saison nach ihrem zweiten Platz bei der IFBB-Europameisterschaft der Frauen im ukrainischen Jalta eigentlich schon abgeschlossen. „Jetzt muss ich in vier Wochen vier Kilo abnehmen“, berichtet sie „aber das ist kein Problem“.
Die Geschichte ist uralt und jeder kennt sie: Ein kleiner Schwächling, dem ein böser Bube Sand in die Augen geworfen hat, kauft sich ein paar Gewichte, bildet sich zum Mucki- Mann aus und lebt fortan glücklich und zufrieden. Nette Story, nicht wahr? Aber leider enthält sie nur die halbe Wahrheit. Wer Gewichtstraining betreibt, der weiß wie der Hase läuft: Schlappe Brüste schwellen an, die Schultern werden breiter, Arme und Beine zeichnen sich unter Hemd und Hose ab, und Gewichte, an denen man einst verzweifelte, taugen gerade mal zum Aufwärmen. Und das ist nur der Anfang. Weitaus größer sind die psychologischen Veränderungen: Fortan steht man mit den Füßen fest auf dem Boden und blickt der Welt direkt ins Auge. Basis für diesen Start in ein wunderbares zweites Leben ist ein solides Trainingskonzept. Die wirkungsvollsten Programme bauen auf der so genannten Grundausbildung auf, kombiniert mit gesunder Ernährung und angemessenen Pausen. Und was manchmal gerne verschwiegen wird: Der Schlüssel zum Fortschritt während des Trainings liegt in der kontinuierlichen Steigerung der eigenen Belastbarkeit. Die erreicht man am einfachsten und effektivsten mit einer allmählichen Aufstockung der Gewichte. Diese beiden Prämissen – sich Ziele setzen und diese auch erreichen wollen – mögen nicht allzu vielversprechend klingen, aber trotzdem: Sie sind nicht nur für den Fortschritt der körperlichen Statur verantwortlich, sie schüren auch das Feuer der mentalen Wandlung.
Bodybuilder im Wettbewerb – besonders männliche – halten einen Östrogenüberschuss für problematisch. Verursacht er doch unter anderem Gynäkomastie, eine übermäßige Entwicklung von Drüsengewebe in der Brust. In der Folge kann dies zu Wassereinlagerung und vermehrten Fettdepots unter der Haut führen, was – einigen Bodybuildern zufolge – die Muskeldefinition besonders im unteren Körperbereich beeinträchtigt. Doch auch Sportlerinnen haben ihre Probleme mit dem Östrogen: Für sie ist es sogar noch schwerer, extrem definierte Muskeln aufzubauen. Dafür gibt es zwei Ursachen. Zum einen zeichnen sich die weiblichen Fettzellen in den Beinen durch ein Übermaß an alpha-adrenergischen Rezeptoren aus. Anders als die beta-adrenergischen Rezeptoren, widerstehen Alpha- Rezeptoren den Signalen für den Fettabbau. Man vermutet, dass dies mit der Evolution zusammenhängt: Für jede Schwangerschaft wird eine Menge Kalorien benötigt, die die Natur im weiblichen Körper festhält.
Ich bin 27 Jahre alt und begeisterter Bodybuilder. Mit 15 fing ich mit der Entwicklung meiner Fitness an. Ich bin immer ein dickes Kind gewesen – bis zu dem Tag, an dem ich mich entschloss, das zu ändern. Es gelang mir, mehr als 20 kg abzunehmen und mein Gewicht von 82 auf rund 60 Kilo zu reduzieren. Ich wurde geradezu besessen von meiner Diät. Das flaute aber wieder ab und zum Abitur hatte sich mein Gewicht bei ungefähr 64 kg eingependelt. Während des Studiums begann ich mit dem Gewichtheben und trat sogar einem Ruderteam bei. Zum Hochschulabschluss lag ich bei knapp 80 kg. Zu Beginn des Jurastudiums war mein Bodybuilding-Ziel, Muskelmasse aufzubauen. Aber so sehr ich mich auch anstrengte – und trotz verschiedener gezielter Übungen und Diäten – gelang es mir nicht, meinen Körper und meine Kraft nachhaltig zu entwickeln. Ich nahm zirka 3.400 Kalorien pro Tag zu mir. Sobald ich aber an Gewicht zulegte, geschah das ausschließlich am Bauch, was mich – früher ja ein dickes Kind – schier wahnsinnig machte. Das Jurastudium beendete ich mit einem Körpergewicht von ungefähr 83 kg.
Es war ein großes Fest für den Bodybuilding-Sport. An einem spannenden Nachmittag gaben insgesamt 34 Finalisten aus 15 Nationen ihr Bestes im internationalen Spitzen-Bodybuilding. Vor einem vollen Haus im Theater am Marientor in Duisburg kämpften die Athleten und Athletinnen in zwei Frauen- und fünf Männerklassen um Bronze, Silber und Gold. Herausragendster Sieg aus deutscher Sicht und ein positives Signal für den Bodybuilding-Sport ganz allgemein war der Sieg von Werner Zenk in der Klasse Leichtgewicht bis 75 Kilo. Der 51-jährige zeigte Streifen, Muskelmasse und -dichte wie kein anderer Wettbewerber. Souverän errang er das begehrte Gold. Der „alte Recke" zerdrückte sogar gerührt ein Freudentränchen, als ihm zu Ehren die Deutsche Nationalhymne erklang.
Gerade erst hat man den Weltmeistertitel von Markus Matzat gefeiert, schon bereitet Sven Laaß, der Inhaber des „Fitness-Gym Seehausen" bereits die Champions für die Herbstsaison 2005 vor. Mit viel Einfallsreichtum und Engagement hatte Sven im März 2004 sein neues Studio eröffnet. Dort stehen Geräte vom Feinsten. Besonders erstaunlich ist, dass in einem Studio, aus dem zahlreiche Wettkampfathleten hervorgehen, bis zu 70 Prozent Frauen trainieren - es herrscht eben ein harmonisches Nebeneinander von Schwergewichtlern und zarten Damen. Vielleicht ist es diese seltene Mischung, die den besonderen Charme des Studios ausmacht.
Es hat ein bisschen gedauert, aber Kevin Levrone hat sein Versprechen gehalten, das er 1998 in Overland Park, Kansas, gegeben hatte: Dass er nach Hollywood gehe. Levrone, einer der größten Bodybuilder aller Zeiten, ist nach seinem Mr.-Olympia-Titel 2003 zurückgetreten, um sich seiner Schauspielkarriere zu widmen. Jetzt tragen seine Pläne erste Früchte. Kevin spielt eine Hauptrolle im Action- und Abenteuerfilm „Backlash". Die Dreharbeiten haben am 6. Juni in Trinidad begonnen. Der Film, der im Herbst in die Kinos kommen soll, zeigt die Muskelmaschine aus Maryland als Mörder namens „Turk". Laut einer Pressemitteilung ist ein Höhepunkt des Films ein Kampf zwischen Levrone und Ultimate-Fighting-Champion Ken Shamrock. Sorry, Kevin, aber wir tippen eher auf Ken als Sieger.
In einem spannenden Finale errang die perfekt vorbereitete Nicole Kratochwil erneut den Titel der Miss Universe der WFF. Im stark besetzten Feld der Klasse Fitness Figur-Leistung setzte sie sich nach den Vergleichen und der Posingkür klar gegen ihre Konkurrentinnen durch. Dass ihr dies nach ihrem Erfolg in 2004 nun ein zweites Mal gelingen würde, lag auch an der professionellen Vorbereitung mit ihrem Freund und Trainer Markus Schubert, selbst ein erfolgreicher NABBA-Athlet und Meistertrainer. Erneut gaben ihre feminine, sexy Ausstrahlung sowie ihre perfekten Proportionen und ihre Symmetrie den Ausschlag für den Gewinn des Titels. Wir gratulieren!
E s gibt Gerüchte, dass der ehemalige IFBB-Vizepräsident und Mr.-Olympia-Promoter Wayne DeMilia Angebote bekam, einen Profi-Wettbewerb in Asien mit Preisgeldern von satten 600000 Dollar auszurichten. Anfang Juni haben wir DeMilia angerufen und gefragt, ob diese Gerüchte stimmen:„Mich hat praktisch jeder Bodybuilding-Verband angesprochen", gab er zu. „Mindestens zehn Leute baten mich, Veranstaltungen zu organisieren. Ich habe ihnen gesagt, dass ich nur interessiert bin, wenn ich etwas Besseres als hier auf die Beine stellen kann. Was die Veranstaltung in Asien angeht, ist Carlo Teani (ein ehemaliger IFBB-Offizieller aus Italien, Anm. d. Redaktion) von japanischen Firmen angesprochen worden, die 2006 einen Profi-Wettbewerb veranstalten wollen. Er hat sie an mich verwiesen. Sie haben ein interessantes Konzept, aber ich soll alle 14 Tage von New York nach Tokio und retour fliegen. Mit Familie (DeMilia hat 2003 erneut geheiratet und einen 13-jährigen Sohn) ist mir das zu viel Stress, also habe ich ein Gegenangebot gemacht. Sie haben einen Zweijahresplan und wollen im zweiten Jahr auf vier Wettbewerbe gehen. Das Preisgeld soll interessant sein. Die Chancen dafür, das dies funktioniert, stehen höchstens 50:50." Dafür „funktioniert" DeMilias Chicago Health, Fitness & Nutrition Expo am 29./30. Oktober am McCormick Place. Zu den Neuheiten gehören eine „Best Body Magazine" Bikini Challenge, vier Disziplinen aus dem Kampfsport-Bereich, eine Fitness und Model Expo, ein Hip-Hop-Tanzwettbewerb, Ultimate Fighting, Skateboarding und mehr. Mehr Infos auf: www. usafitnessexpo.com.
In seiner besten Zeit war Steve Michalik Mr. America, Mr. USA und Mr. Universe. Nun betreibt er ein Familien-Fitness-Center in Farmingdale, New York: „Mr. America’s Family Fitness Express" spricht den wachsenden Bedarf an Sport und Fitness von Kindern und Erwachsenen an. Es befindet sich in der Smith Street in Farmingdale, im gleichen Gebäude, in dem auch das bekannte Powerhouse Fitness-Studio beheimatet ist. „Ich war seit meiner Jugend im Fitnessbereich tätig", sagt Michalik. „Und über die Jahre habe ich mir viel Wissen und Erfahrung angeeignet, was die unterschiedlichen Übungsroutinen betrifft. Wir bieten Familien und Einzelpersonen die Möglichkeit, an einem schnellen und effektiven Programm teilzunehmen, das auch noch Spaß macht." Die Einrichtung verfügt über hydraulische Geräte, die nicht für jeden Benutzer neu eingestellt oder angepasst werden müssen. Die Einstellungen bleiben stets konstant, und so können Gruppen und Familien ihre Workouts zusammen machen, ohne beim Wechsel der Geräte jedes Mal alles neu einzustellen. Außerdem steht Michalik den Mitgliedern persönlich als Berater zur Verfügung und beantwortet Fragen.
Aufgepasst: Jüngste Forschungsergebnisse zeigen, dass Sie Ihren Muskelaufbau und die damit verbundene Fettverbrennung durch einen simplen Trainingstrick in Gang setzen können. Laut einer Untersuchung am Ernährungswissenschaftlichen Institut in den Niederlanden fungieren intramuskuläre Fettdepots als wichtige Energiesubstrate während eines intensiven Trainingsprogramms. Alles klar? Je intensiver Sie im Studio trainieren, desto mehr viszerales Fett können Sie in den Ofen schaufeln - Trainingsintensität hat also nicht nur mit Muskelzuwachs zu tun, sondern gleichermaßen mit Fettabbau. Sie wünschen sich scharf konturierte Muskeln
E in ungeschriebenes Gesetz des Bodybuildings besagt, dass man einer Muskelgruppe mindestens 48 Stunden Ruhe zwischen den einzelnen Workouts gönnen soll. Das tägliche Training eines Muskels führt zu gar nichts, da Sie dem Muskel keine Verschnaufpause lassen. Die Erholungsphase enthält verschiedene Reaktionen innerhalb des Körpers, und dazu gehört auch die Muskelproteinsynthese, ohne die es beim Muskelaufbau keinen Fortschritt gibt.
Übertraining ist ein allgemein bekanntes Problem: Wie ich bereits in der letzten SPORTREVUE erläutert habe, resultiert Übertraining aus zu umfangreichem Training (Sätze mal Wiederholungen), aus zu schweren Gewichten (Intensität), aus zu kurzen oder zu wenigen Pausen zwischen den Workouts, aus Schlafmangel und mangelhafter Ernährung sowie aus Dehydrierung. Der Grad der Überlastung wird gemeinhin durch die Zeit definiert, die man zur Erholung braucht: Bei Überlastung benötigt der Nachwuchssportler ein paar Tage bis zu drei Wochen, um sich von dem Trainingspensum zu regenerieren - ein Profisportler braucht, sollte er übertrainiert sein, drei Wochen bis mehrere Monate, um sich zu erholen.
Vor ein paar Jahren fuhr ich zum Fischen und bemerkte auf der anderen Seite des Flusses zwei Bullen. Beide waren unglaublich groß und massig. „Schau dir das nur an", dachte ich, „sie trainieren nie - und machen im Grunde genommen gar nichts. Sie kauen lediglich Gras, und doch haben sie gewaltige Körper. Wie machen sie das nur? Worin besteht ihr Geheimnis?" Irgendwie muss es doch auch uns Menschen möglich sein, einen chemischen Kick zu erfahren, ohne gleich in Anabolika zu flüchten. Wenn der Bulle es kann, können wir es auch. Um ehrlich zu sein: Ich suche schon seit geraumer Zeit nach der Lösung dieses Geheimnisses, und die Suche hat zum Erfolg geführt.
Wie lautet Ihre Definition von richtiger Übung? Denken Sie einen Moment darüber nach. Ihre Antwort kann den Unterschied zwischen mittelmäßigen Erfolgen und einer schnellst- und bestmöglichen Bildung steinharter Muskeln ausmachen. Na klar, ich weiß, dass all die Handbücher, Trainer und Besserwisser in den Studios Ihnen die Bedeutung einer ordnungsgemäßen Ausführung jeder Übung einbläuen. Doch was ist Ihr eigentliches Ziel? So zu trainieren, wie es jedermann in Ihrem Studio akzeptiert? Oder nach einer Methode, die Ihnen wesentlich schneller mehr Muskelmasse beschert?
I m November 2004 lud mich Guru Sri Chinmoy zu seinem 19. Gewichtheber-Festival ein. Bill Pearl sollte die Veranstaltung moderieren. Sri begann Mitte der 80er Jahre mit dem Gewichtheben. Er startete mit Hanteln, dann wurden die Gewichte immer schwerer, bis hin zu ganzen Autos. Sri Chinmoy hebt die Welt nicht nur im metaphorischen Sinne aus den Angeln, sondern auch wortwörtlich. Daneben widmet er sich zahlreichen anderen Aufgaben. Er hat unzählige Bücher veröffentlicht, Tausende von Vogelzeichnungen angefertigt. Sri beherrscht zahlreiche Musikinstrumente wie Flöte, Cello, Harmonium und Sitar. Während eines Konzerts spielte er 150 verschiedene Instrumente. Sri Chinmoy ist zudem Dichter und Songwriter.
Hypertonie, also Bluthochdruck, ist ein Hauptrisikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen sowie für Schlaganfall. Bluthochdruck wird oft in einem Atemzug mit Übergewicht genannt, das als Risikofaktor vieler Erkrankungen gilt. Einige professionelle Wettkampf-Bodybuilder wiegen fast 150 Kilo bei gerade 1,80 Metern Körpergröße. Auch sie könnten Blutdruckprobleme haben.
Jüngste Forschungsergebnisse geben Entwarnung: Eine Studie über die Auswirkungen von Stress auf Bluthochdruck an 127 Jugendlichen ergab, dass eine größere Muskelmasse eine bessere Blutdruckregulation unter Stress-Situationen bedeutet. Genau das Gegenteil ist bei höheren Körperfettwerten der Fall: Ein höherer Körperfettspiegel führt zu Blutdruckproblemen.
Frage: Ich bin 45 Jahre alt und trainiere zusammen mit meinen erwachsenen Söhnen. Ihr letztens veröffentlichter Trainingsplan (zwei Tage Training /ein Tag Pause, ein Tag Training /zwei Tage Pause) klingt interessant. Könnten wir das Training auch individuell anpassen und einen 3-Tages-Split machen? Normalerweise trainieren wir an drei Tagen, gefolgt von zwei Tagen Pause.
Antwort: Ich empfehle Ihnen folgenden Trainingsplan:
1. Tag: Brust, Arme
2. Tag: Bauch, Beine
3. Tag: Pause
4. Tag: Schultern, Rücken
5. und 6. Tag: Pause
So liegen zwischen dem erneuten Training einer Körperregion sechs Tage Pause. Bei Ihrem Trainingsplan haben Sie zwischen den Wiederholungen des Trainings einzelner Körperregionen eine Pause von fünf Tagen. Da Sie mehr als drei Tage trainieren, dürfte es kein Problem für Sie sein, auf meinen Trainingsplan umzusteigen. Legen Sie dazu nach zwei Tagen eine Pause ein und pausieren Sie nach dem dritten Workout nochmal ein bis zwei Tage. Wenn Sie einen Tag am Ende des Zyklus pausieren, haben Sie fünf Tage Pause zwischen dem Training einzelner Körperregionen. Bei zwei Tagen liegt zwischen dem Trainieren einer Muskelgruppe eine sechstägige Erholungsphase.
Die verzweigtkettigen Aminosäuren - sie werden deshalb so bezeichnet, weil sie sich innerhalb ihrer Molekülstruktur zu einem Kettenmuster verzweigen - sind so genannte essenzielle, das heißt lebensnotwendige Aminosäuren. Man muss sie unbedingt mit der Nahrung aufnehmen, da sie im Körper ansonsten nicht synthetisiert werden können. Die verzweigtkettigen Aminosäuren Leucin, Isoleu-cin und Valin, kurz BCAA, machen immerhin 20 Prozent der gesamten Eiweißaufnahme aus. Während die anderen Aminosäuren hauptsächlich in der Leber umgewandelt werden, geschieht dies bei den BCAAs größtenteils im Muskel, da der Leber das Amino übertragende Enzym fehlt.
Die beiden wichtigsten Proteine in der Milch sind Molke und Kasein. Zahlreiche Forschungen belegen, dass die beiden Proteine völlig unterschiedlich vom menschlichen Körper verarbeitet werden: Molke wird zügig aufgenommen und ist bereits nach rund 90 Minuten vollkommen absorbiert. Kasein hingegen ist ein langsam wirkendes Protein, das im Magen eine Art Gerinnung erfährt, die zu einer eher sukzessiven Ausschüttung der Aminosäuren ins Blut führt. Vergleichende Studien zu den Absorptionseigenschaften von Molke und Kasein zeigen, dass bei der Aufnahme von Kasein die Aminosäuren nur langsam ins Blut einsickern, mitunter bis zu sieben Stunden lang. Die schnelle Absorption von Molke führt zu einer größeren Oxidation absorbierter Aminosäuren in der Leber und zu einer höheren Rate der Muskelproteinsynthese (aufgrund einer schnelleren Verfügbarkeit an Aminosäuren), jedoch zu geringeren antikatabolen Effekten.
Darüber streiten sich die Gelehrten: Die einen halten Soja für einen großen Segen, die anderen für den größten Unsinn. Verfechter von Sojaprodukten (Sojaprotein, Tofu und Sojamehl) verweisen auf zahlreiche wissenschaftliche Studien, die die vorbeugende Wirkung von Soja gegen Krebs belegen: Der regelmäßige Konsum von Sojamilch könne die Gefahr von Prostatakrebs um 70 Prozent reduzieren. In vitro-Untersuchungen (in vitro {lat.: im Glas} = Untersuchungen, die außerhalb des Organismus vorgenommen werden) haben dann auch gezeigt, dass die wichtigsten aktiven Bestandteile von Soja, die Isofla-vone, das Wachstum von Prostatakrebszellen hemmen können. Bei Frauen wirkt Soja vorbeugend gegen Östrogen bedingte Krebserkrankungen wie Brust- und Gebärmutterkrebs. In asiatischen Ländern kommen diese Krebserkrankungen seltener vor, da Asiaten meist mehr Soja zu sich nehmen.
Aktuelle Untersuchungen über die Wirkung hochproteinhaltiger Mahlzeiten auf den Kortisolspiegel ließen Zweifel am Nutzen kohlenhydratarmer und damit verwandter ketogenischer Diäten aufkommen. Der methodische Ansatz, mit hochpro-teinhaltigen oder kohlenhydratarmen Speisen sowohl eine magere Muskelmasse als auch den Fettabbau zu fördern, war ein Schuss nach hinten: Proteinreiche Nahrung lässt die Werte des Stresshormons Kortisol in die Höhe schnellen. Erhöhte Kortisolwer-te hängen unmittelbar mit einer Flut einschneidender metabolischer Beeinträchtigungen zusammen, zu denen auch Insulinresistenz, Muskelschwund sowie Fettzunahme (insbesondere Bauchfett) gehören.
Oft werden wir gefragt: „Seid ihr eigentlich verrückt? Ihr trainiert fünf Tage hintereinander. Das geht doch an die Substanz. Macht euch doch nicht kaputt!" Auf solche Fragen können wir nur antworten: Ja, wir sind verrückt, aber nicht nur wegen der fünf Trainingstage in Folge. Wir sind Hardcore-Muskelfreaks, zumindest in unserer Freizeit. Mit unseren strengen Essgewohnheiten und der Intensität unseres Trainings sind wir nicht normal, und das fünf Tage lang. Um ehrlich zu sein, fünf Tage hintereinander ist nicht die beste Strategie (das klingt doch nach einem Funken Verstand). Es gibt zu viel Überlappung. Wir trainieren zum Beispiel die Arme und die Deltamuskeln und am nächsten Tag die Brust und den Rücken. Das machen wir nicht jede Woche... naja, ab und zu doch.
Frage: Ich habe in Ihrer Serie gelesen, dass die Technik der Vorermüdung wertlos ist. Sie haben sie aber in Ihren Büchern empfohlen. Gibt es da neue Erkenntnisse?
Antwort: Nicht unbedingt neue Erkenntnisse, aber eine Weiterentwicklung meiner Ideen. Ich bin nicht gegen die Vorermüdung, denn am Ende eines Programms kann sie zur Erschöpfung beitragen. Oder als Vorbereitung für die Arme dienen, wenn man bereits eine schwere Übung für einen anderen Körperteil gemacht hat. Wenn Sie beim Brusttraining Bankdrücken und Dips machen und dann zum Trizeps übergehen, ist dieser schon vorbereitet. Nun kann man die Vorermüdung erfolgreich zu Beginn des Trizeps-Workouts einsetzen. Das Gleiche gilt für Rücken und Bizeps.
Frage: Gibt es Ansätze, jeden einzelnen Muskel einer Gruppe gezielt aufzubauen? Sind die Belastungsparameter für die Arme anders als die für die Beine?
Antwort: Absolut. Faktoren wie Innervation, Faserart, Bewegungsbereich und Muskelarchitektur geben vor, welches Programm für welchen Körperteil geeignet ist. Zum Beispiel die Verteilung der Innervation. Die Handmuskeln haben nur 30 bis 50 Muskelfasern pro Motoreinheit, die Wadenmuskeln 500 bis 2000. Daher reichen beim Grifftraining 30 Prozent der Maximalbelastung zur Rekrutierung. Gleichzeitig ist das Verbesserungspotenzial viel geringer als an den Waden. Ein weiteres Beispiel: Der Fasertyp. Der Soleusmuskel hat 88 Prozent LK-Fasern, der Wadenmuskel dagegen 60 Prozent SKFasern. Daher empfehle ich beim Wadenheben im Sitzen eine höhere Wiederholungszahl. Das isoliert den Soleus eher als beim Wadenheben im Stehen, das sowohl den
Intensität und Umfang des Trainings stehen im Zusammenhang: Je intensiver das Training ist, desto kürzer muss man es gestalten. Schon Mike Mentzer sagte immer: „Ihr könnt hart oder lange trainieren, aber nicht beides gleichzeitig.“ Der vorherrschenden Meinung zum Trotz ist es möglich, die Intensität über die Dauer des Trainings zu steigern. Mehr Sätze können mehr Arbeit für den Muskel bedeuten. Mehr Arbeit kann als höhere Intensität gesehen werden, auch wenn jeder Satz nicht ganz bis zum Versagen durchgeführt wird. Eine beliebte Methode dafür nennt sich „Formel 10 x 10“. Das heißt: Sie nehmen sich eine Übung vor (möglichst etwas Schweres wie Kniebeugen oder Bankdrücken) und machen zehn Sätze mit je zehn Wiederholungen. Natürlich muss der restliche Trainingsumfang für die betreffende Muskelgruppe reduziert werden, um ein Übertraining zu vermeiden. Wenn Sie also beispielsweise vier oder fünf Sätze Kniebeugen machen und die verdoppeln wollen, reduzieren oder streichen Sie die Sätze des restlichen Beintrainings.
John Ivy ist Absolvent des Old Dominion College, erlangte seine Doktorwürde an der Universität von Maryland und kam vor 23 Jahren an die Universität von Texas. Zur Zeit leitet er das Kinesiologische Institut an der Universität von Austin, Texas. Seine beiden letzten Bücher, „Nutrient Timing“ (2004) und „The Performance Zone“ (2004) bringen frischen Wind in die verstaubten Bücherregale aller Eisensport- Enthusiasten, die antiquierte Ernährungsmethoden sprengen und auf natürlichem Weg sichtbare Erfolge beim Muskelwachstum erreichen wollen. Darüber hinaus ist Ivy ein Pionier auf dem Gebiet der Sportwissenschaften. Seine Karriere als Sportler begann während seiner Schulzeit, und noch heute trainiert er bis zu sechs Mal wöchentlich. Mit seinem jugendlichen Aussehen ist der 60-Jährige der lebende Beweis für die erfolgreiche Umsetzung seiner eigenen Forschungsresultate.
Manchmal haben Zeitschriften ungeahnte Nebenwirkungen. Ein Artikel in der April- Ausgabe 1992 von IRONMAN mit dem Titel „Power Pump Training: Masseaufbau, der hält, was er verspricht“ war in gewissem Sinne für meinen Muskelaufbau verantwortlich. Er hat mich aus zwei Gründen beeindruckt: Erstens brachte er mir Vince Girondas berühmtes Zitat „Absolvieren Sie ein Trainingsprogramm oder üben Sie nur?“ ins Bewusstsein. Zweitens realisierte ich zum ersten Mal, dass man extrem schwere Kraftübungen mit Pump-Übungen verbinden sollte. Nach dem Autor des Artikels, Gene Mozée, ist das die beste Methode, um schnellstens das Wachstum starker und konturierter Muskeln anzuregen.
Sicher haben Sie großspurige Versprechungen wie diese auch schon gelesen: „4000 Prozent stärker als Creatin-Monohydrat.“ Ergänzungsmittel werden mit immer vollmundigeren Slogans beworben – besonders jene, die beim Muskelaufund Fettabbau helfen sollen. Andere Anzeigen wiederum zitieren Ärzte, die zu einer natürlichen Ernährung raten. Gegen eine natürliche Ernährung ist ja zunächst einmal nichts einzuwenden. Aber nur wenige Menschen ernähren sich so abwechslungsreich, dass sie den kompletten Bedarf des Körpers abdecken. Speziell bei Diäten verzichtet man oft auf Lebensmittel mit wichtigen Nährstoffen. Zum Beispiel auf die essenziellen Fettsäuren: Alpha-Linolsäure oder Omega-3 und Linolsäure sowie Omega-6. Wer die Fettaufnahme reduziert, wird hier bald einen Mangel feststellen.
Frage: Die meisten Bodybuilder wählen einen einfachen Indikator zur objektiven Bewertung ihrer Fortschritte: Sie orientieren sich am Gewicht – beobachten also, ob sie auch wirklich, hoffentlich, zunehmen. Ich kenne Bodybuilder, die im Studio zuerst auf die Waage steigen – auch Mike tat das früher. Und sie wittern ein Problem, wenn die Kiloanzeige nicht jede Woche nach oben geht. Gibt es keine bessere Methode, den Trainingsfortschritt zu kontrollieren?
Antwort: Man sollte seine Fortschritte nicht einfach an der Gewichtskontrolle festmachen. Ein täglicher Muskelzuwachs ist kaum messbar. Gehen wir vom günstigsten Fall aus: Sie haben die richtigen Gene, essen und trainieren ein Jahr vorbildlich und nehmen rund 14 Kilo an Muskeln zu. So toll sich das anhört – 14 Kilogramm im Jahr sind etwas mehr als 40 Gramm pro Tag: Da sehen Sie auf einer normalen Waage nach einem Tag oder einer Woche nichts. Wenn sie sich jede Woche am gleichen Tag wiegen, werden Sie alle 14 Tage ein Plus von knapp einem halben Kilo registrieren. Wenn Sie dann noch beim Friseur waren oder Durchfall hatten, haben sie im Endeffekt sogar abgenommen. Damit ist klar, warum das Körpergewicht kein brauchbarer Indikator ist.
Es war eine Entscheidung, wie man sie sich wünscht. Auf der Bühne der IFBB-NRW-Meisterschaften 2005 standen zwei Männer, die beide austrainiert waren, perfekt vorbereitet und dennoch so unterschiedlich, wie Männer der Klassen 1 und 4 nun einmal sind. Das Publikum folgte gespannt und begeistert der abschließenden Vergleichsrunde zum Gesamtsieg. Stefan Fischer aus Düsseldorf und Dennis Wolf aus Datteln lieferten sich ein packendes Duell. Am Ende musste der grandios vorbereitete Fischer sich dem mächtigen Wolf geschlagen geben. Ein tolles Finale für eine Landesmeisterschaft. Und ein schöner Erfolg für Dennis. Seine Fahrkarte zur 46. Deutschen Meisterschaft nach Germering bei München. Was hatte er dafür gekämpft! Im Jahr zuvor hatte es zwar auch für den NRW-Gesamtsieg gereicht, aber danach lediglich zu einem zweiten Platz bei der DM in München. Das war anders geplant. Sein langjährig gehegter Traum, einmal ins Profi-Lager zu wechseln, musste so um mindestens ein Jahr verschoben werden. Auch der Wechsel zu einem anderen Verband als der IFBB wäre da nicht hilfreich gewesen. So bereitete er sich entsprechend hart auf 2005 vor und machte seine Erfolge komplett.
Die griechische Hauptstadt war Austragungsort der diesjährigen Weltmeisterschaft. Und die Mannschaft des NAC Germany ging das Event in einer neu zur Olympiade 2004 gebauten Halle mit Optimismus an. Komfort war reichlich geboten: Ein groß dimensionierter Backstagebereich, viele saubere sanitäre Anlagen und eine sehr gute Hitzeisolierung ließen kaum Wünsche offen. Dass eine WM jedoch kein Wunschkonzert ist, bekamen die Deutschen gleich in der Juniorenklasse zu spüren. Nach der letztjährigen Dominanz des NAC in der Juniorenklasse durch Steve Benthin und Sascha Zalman, wurde Simon Miller dank seiner Topform im Vorfeld der WM als ein möglicher deutscher Titelanwärter gehandelt. Doch es kam anders: Der starke Russe Andrej Burij erkämpfte sich den Titel klar und mit Idealpunktzahl. Hinter dem Ukrainer Wladik Ilmo belegte Simon einen hervorragenden dritten Platz.
Schon bei den Qualifikationen für dieses Top-Event war die Vorfreude der NABBA-Familie deutlich zu spüren. Ging es bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft doch nicht ausschließlich um den Titel des nationalen Champions, sondern gleichzeitig um die Qualifikation zur NABBA- Europameisterschaft in Solingen, der NABBA-Weltmeisterschaft in Brasilien und ums Fitness- und Figurbodybuilding der „World Fitness Federation“-Universum in Hameln. Mit weit über 100 Spitzen-Athleten war das Event hervorragend besucht. Das sportliche Angebot nahmen so viele Spitzen-Athleten wahr wie lange nicht mehr, die großräumige, moderne Stadthalle von Arnstadt zeigte sich dem Ansturm aber gewachsen. Ebenso wie der Rekordhitze an diesem Tag: Bei über 40° Außentemperatur lernten nicht nur die Gäste dieser scherzhaft auch als „1. Deutsche Saunameisterschaft“ titulierten Veranstaltung die Klimaanlage zu schätzen. Auch unter diesem Gesichtspunkt wird diese Meisterschaft noch lange in Erinnerung bleiben. Athleten, Fans, Juroren und die übrigen Anwesenden passten sich überraschend schnell an die Situation an und trugen zum Gelingen dieser erfolgreichen und spannenden Meisterschaft bei.
In der Klasse „Master over 40“ siegte mit unglaublicher Härte der Lette Aivars Visockis vor dem Engländer John Lee. Bester Deutscher dieser Klasse war Dirk Weber, der knapp dahinter Rang drei belegte. Die Erklärung dafür wird einiges Kopfschütteln hervorrufen: Bei Top-Lichtverhältnissen wie bei dieser Europameisterschaft in Solingen muss die Bräunung auch top sein. Weiß der Teufel warum, aber Dirk war schlecht gebräunt. Dadurch kam seine unglaubliche Härte nicht wie gewohnt zur Geltung. Der Viertplatzierte Werner Höh konnte dagegen mit sich zufrieden sein, auch wenn er an diesem Tag nicht seine absolute Bestform erreichte. In 100-prozentiger Top- Form ist Werner Höh Anwärter auf den NABBA „Master of the Universe“-Titel. Auch die Finalplätze fünf und sechs gingen an deutsche Athleten: Jörg Busse und Oliver Bauer hatten sich erstmalig einem solchen Premium-Line-up gestellt. Sie konnten durchaus überzeugen. Lediglich Hans-Werner Rössig verpasste knapp einen Finalplatz. Hans-Werner war massig, aber ein Quäntchen mehr Härte wäre zum Einzug ins Finale der besten sechs nötig gewesen.
Vielleicht kennen Sie diese Sage ja schon: Da soll im antiken Griechenland ein gewisser Milo von Crotona gelebt haben, der täglich ein Kalb auf den Schultern trug. Mit jedem Tag wuchs das Kalb mehr, und Milo bekam so viel Kraft, dass er unter anderem sechs Mal Olympiasieger im Ringen wurde... Eine Erfolgsstory: Jahre später hat man erkannt, dass Milo die Prinzipien der Überlastung und des langsam steigenden Widerstandes angewandt hat – jene Prinzipien, die heute noch jedem systematischen Training zur Steigerung von Kraft und Masse zugrunde liegen. Inzwischen ist die Überlastung eine Selbstverständlichkeit, sie hat aber zwei Seiten: Sie kann Sie entweder total am Boden zerstören oder aber der ideale Weg zu Ihrem Ziel sein. Deshalb müssen wir das Überlastungsprinzip verstehen, um es zu beherrschen. In seiner einfachsten Form bedeutet es, dass man permanent mehr tun muss, um mehr zu erreichen. Ganz nach dem Motto: ohne Fleiß kein Preis. Das allein ist
In den 60er Jahren wusste man noch nicht viel über den Zusammenhang von Training und Diäten. Man probierte einfach alles aus. Und ich hatte eine schwierige Aufgabe: Zunehmen, um Muskeln und Formen zu erhalten. Bei einer Größe von 1,80 Metern und 110 Kilo Gewicht wollte ich zehn zusätzliche Kilo Masse aufbauen. Ich kam damals nach Kalifornien und saugte dort alle Trainingsprinzipen auf, die den Bodybuilding-Sport bei der Verlagerung vom Strand in die Folterkammer dominierten. Im Studio traf sich nur der harte Kern. Unter den professionellen Bodybuildern setzte sich das Powerlifting durch, und die Superkörper wurden populär. Aber keiner wollte seine Muskulatur opfern.Wir wollten immer höhere Gewichte stemmen und die Masse behalten. Manche Dinge ändern sich eben nie.
Danijela Crevar gilt im Mittelmeerraum und auf dem Balkan als Fitness- Champ und genießt auch europaweit bereits großes Ansehen. Doch in den USA ist die im ehemaligen Jugoslawien geborene 33-Jährige bislang noch weitgehend unbekannt. Das könnte sich aber schon bald ändern, schließlich setzt Danijela im Moment zum Sprung über den großen Teich an. Crevar erschien weltweit bereits in Dutzenden von Sportmagazinen und moderierte in ihrem Heimatland bereits eine eigene Fernsehsendung mit dem Titel: „Fitness für Jedermann”. Mit ihrem umwerfenden Charme wirbt sie bei jeder Gelegenheit für den Fitness-Lifestyle und steuert damit auf einem Erfolgskurs, an dessen Ende sie schon bald als neuer Star am Fitness-Himmel funkeln könnte.
Die Aminosäure L-Arginin gilt als Hauptwirkstoff in Nahrungsergänzungsmitteln zur Freisetzung von Stickstoffoxid (NO). Arginin ist unmittelbares Nahrungs-Zwischenprodukt – respektive Grundstoff – für die Synthese von Stickstoffoxid im Körper. NO wirkt als potenzieller Dilatator auf die Blutgefäße. Diese Erweiterung (Dilation) steigert die Leistung der Muskelpumpe und somit die Förderung des Rückstroms von Venenblut während des Trainings – der Muskel profitiert in Folge von einer erhöhten Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr. Bevor Arginin mit Stickstoffoxid-steigernden Nahrungsergänzungsmitteln in Verbindung gebracht wurde, kannte man diesen Stoff eher im Zusammenhang mit der Freisetzung des Wachstumshormons. Obwohl es einige andere Aminosäuren gibt, die dieses Hormon freisetzen, ist Arginin unter jenem Aspekt bekannt. Tatsächlich wurde besonders bei Kindern mit einer Arginin-Infusion (in Dosen von 12 bis 40 Gramm) nach einem Wachstumshormon- Mangelsyndrom gesucht.
Im letzten Monat habe ich die beiden Koryphäen der Isometriewelle vorgestellt, die in den frühen 60er Jahren durch die Krafttraining-Szene wogte: Dr. John Ziegler, ein hoch angesehener Arzt aus Olney, Maryland, und Bob Hoffman, Eigentümer der York Barbell Company und selbsternannter Vater des Gewichthebens in den USA – ein Mann mit ausgeprägtem Ego. Ziegler und Hoffman gründeten eine Art Partnerschaft mit dem Ziel, Doc Zieglers Theorie einer neuen Form von Krafttraining zu testen. Während Ziegler als Kopf des Konzepts isometrischer Kontraktionen galt, verfügte Hoffman über die notwendigen Mittel, um nicht nur die Forschungsarbeiten zu fördern: In seinem Magazin „Strength & Health“ wollte er die (hoffentlich positiven) Ergebnisse veröffentlichen. Zieglers humanes Motiv: Wenn isometrische Kontraktionen die Kraft von gesunden Athleten steigern konnten, müssten sie auch Menschen in der Rehabilitation nach schweren Krankheiten oder Operationen helfen.
Natürlich bekomme ich jede Menge Leserbriefe. Und Sie können sich ja vorstellen, dass immer auch ein paar merkwürdige EMails darunter sind. Ein Leser fordert seit Jahren, dass ich, wenn ich über das Training eines Profis berichte, seine Workouts in genauen Zahlen beschreiben sollte, bis zur einzelnen Wiederholung. Er hält das für „informativer“ als einfach nur zu sagen, dass Lee Priest vier Sätze abwechselnde Kurzhantelcurls mit Gewichten zwischen 30 und 45 Kilo absolviert. Diesem Leser, der mich unter mehreren Namen anschreibt, genügt das anscheinend nicht. Aber so genaue Informationen kann ich gar nicht liefern, denn die Profis haben wie alle Athleten gute und schlechte Tage. Faktoren wie Reisen, Schlafmangel, ausgefallene Mahlzeiten sowie persönliche Probleme und gelegentliche Krankheiten oder Verletzungen wirken sich stark auf die Workouts aus. Das sieht man deutlich auf Ronnie Colemans neuester DVD „On the Road“, die wenige Tage nach dem Mr. Olympia 2005 in Australien entstand. Obwohl Ronnie für die Kamera hart trainiert, merkt jeder, der die beiden vorherigen DVDs über sein Training für den Mr. O gesehen hat, dass er nach einem langen Flug und in einer fremden Umgebung wesentlich weniger Kraft hat. Die Gewichte liegen dann manchmal 20 Prozent unter seinen üblichen Werten. (von Ron Harris • Fotos: Michael Neveux)
Einige Bodybuilder machen grobe Fehler in der Art, wie sie trainieren. Ich verstehe das, denn ich habe sie früher selbst gemacht. Oft begehen wir Irrtümer beim Training, weil wir uns nicht die Zeit genommen haben, darüber nachzudenken. Manchmal kommen wir auch voreilig zu einem Schluss. Wir glauben fälschlicherweise, dass die Strategien, die wir am Anfang unseres Weges gefunden haben, die besten sind. Damit verschließen wir uns neuen, besseren Strategien. Vielleicht verfolgen wir nutzlose Strategien von Menschen, die es gut meinten und uns doch in die Irre führten. Damit Sie ihre Ziele erreichen, zeige ich Ihnen, wie Sie Ihren Trainingsansatz ändern müssen. Blättern Sie nicht nur einfach durch in der Hoffnung, dass Sie keinen dieser Fehler machen. Vermeiden Sie stattdessen diese Fehler, und nutzen Sie meine einfach zu befolgenden Tipps, mit denen Sie ein ganz neues Wachstum erreichen. (von Skip La Cour • Fotos: Michael Neveux)
Nach jahrelangen Experimenten sind wir jetzt viel schneller in der Lage, unsere Körper vom Fett zu befreien. Und wir wissen, dass der erste Schritt ein ordentliches Brennen ist. Damit erzeugt man am besten einen Ausstoß von Wachstumshormon, und das ist ein starker Fatburner. Und es wirkt mit anderen anabolen Hormonen wie Testosteron zusammen und verstärkt deren Wirkung. Vor jeder Trainingseinheit braucht man schon ordentlichen Mut und einen Motivationsschub, um das verdammte Brennen zu ertragen, aber es lohnt sich auf alle Fälle. Die Forschung sagt, dass ein Wachstumshormonschub im Studio mit der Ansammlung von Milchsäure in den Muskeln zusammenhängt, und deshalb jagen wir bei jeder Muskelgruppe dem Brennen zum Ende des Workouts hinterher. Und wir meinen das Ende jedes einzelnen Körperteilprogramms. Warum? Nun, zum Anfang ist es erst einmal wichtig, mit einer großen Verbundübung zur höchsten Kraftentfaltung zu kommen. Die ist das direkte Resultat mehrerer Faktoren: (von Steve Holman und Jonathan Lawson • Fotos: Michael Neveux)
Wenn Sie schon länger Bodybuilding betreiben, sind Sie sicherlich mit allen möglichen Trainingstipps konfrontiert worden. Die meisten stammen von älteren Bodybuildern, die es gut mit Ihnen meinen und zu wissen glauben, wie man am besten zu trainieren hat. Trainingstipps werden gerne jedem gegeben, der auch gewillt ist zuzuhören. Es sind in der Regel Kraftsport- Neulinge, die dafür offene Ohren haben. Sie haben nicht viel Erfahrung im Gewichtstraining und lassen sich schnell von anerkannten Experten in den Bann ziehen. Diese „Trainingsweisheiten“ werden dann von einem Bodybuilder zum nächsten weitergegeben. Sie werden so oft wiederholt und weit verbreitet, bis sie als unerschütterliche Tatsachen gelten. Es verhält sich damit so ähnlich wie mit dem alten Spruch in der Politik: Wenn Sie etwas oft und lange genug behaupten, wird man es schließlich auch glauben. Das gilt mit Sicherheit auch fürs Bodybuilding. Fragwürdig bleibt allerdings, ob der jeweilige Trainingstipp auch das hält, was er verspricht. Es gibt nämlich einige fest fundierte Ansichten, die einer dringenden Überprüfung bedürfen. (Christopher Pennington • Fotos: Michael Neveux)
Haben Sie jemals einen Bodybuilder sagen gehört: „Oh, Mann! Sind meine Arme etwa zu muskulös?“ Niemals! Die Arme können gar nicht muskulös genug sein. Es sei denn, Ihre Arme sind dicker als Ihre Beine. Dann haben Sie ein Problem. Anstatt Sie also darauf hinzuweisen, dass Sie einen größeren Bizeps benötigen, zeigen wir Ihnen lieber, wie Sie ihn bekommen. Dafür müssen Sie nicht etliche Sätze absolvieren, sondern nur ein präzises Training. Wenn man uns bei unseren Workouts beobachtet, lautet die erste Frage meistens: „Könntet Ihr nicht noch mehr Muskeln aufbauen, wenn Ihr für jede Körperpartie mehr Sätze durchführen würdet?“ Vielleicht – vielleicht aber auch nicht. Wir haben nun einmal unsere Familien und unsere Jobs. Also müssen wir während der Mittagszeit trainieren. Die meisten Bodybuilder befinden sich vermutlich in einer ähnlichen Situation. Denn wer hat schon die Zeit, zweieinhalb Stunden lang einen Satz nach dem anderen im Studio zu absolvieren – sei es vor oder nach der Arbeit. Das sind wahrscheinlich weniger als ein Prozent der Bevölkerung. (von Steve Holman und Jonathan Lawson • Fotos: Michael Neveux)
Es gibt mehrere gute Gründe für das Zirkeltraining, wenigstens zeitweise. Bei dieser Art des Trainings denken die meisten an Workouts an verschiedenen Maschinen. Das ist es nicht. Natürlich kann man Maschinen beim Zirkeltraining effektiv einsetzen, aber ebenso freie Gewichte. Die meisten Sportler entscheiden sich aber für das schnell durchführbare Zirkeltraining, weil sie wenig Zeit haben. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass es – richtig angewandt – die Muskeln und Ansätze im richtigen Verhältnis fordert. Damit ist es ideal für Anfänger, ältere Sportler, Frauen, Jugendliche und Menschen, die einfach fit sein wollen. Für Anfänger liegt der Vorteil darin, dass kein Körperteil den anderen zu weit vorauseilen kann. Die Balance zwischen den einzelnen Muskelgruppen ist auf jedem Niveau wichtig – aber ganz besonders am Anfang, wo die Fundamente für alle künftigen Zuwächse gelegt werden. Nützlich ist das Zirkeltraining auch für Athleten, die nach einer längeren Pause wieder schwer trainieren wollen. Gerade sie wollen bei allen Übungen wieder ihre alten Werte schaffen und gehen deshalb zu schnell an hohe Gewichte. Damit fehlt den Muskeln Zeit, die langsamer reagieren als andere. Wenn ein Körperteil zurückbleibt, kann es zu wunden Stellen und langwierigen Verletzungen kommen. Und jeder weiß doch, dass nichts den Fortschritt mehr aufhält als eine Verletzung. (von Bill Starr • Fotos: Michael Neveux)
Wir leben in einer Welt voller Östrogene. Nie zuvor ist der menschliche Organismus einer so überwältigenden Menge an Östrogenen in Umwelt und Fleisch, Milch, Gemüse und Wasser ausgesetzt gewesen. Dazu wird im Alter immer mehr Testosteron über das Enzym Aromatase in Östrogen umgewandelt. Sportler können aufgrund von Doping oder durch Rückfallerscheinungen beim Absetzen der Substanzen unter übermäßiger Östrogenaktivität leiden. So werden immer mehr Menschen Opfer der tückischen Effekte des Östrogens: hartnäckiges Fett (vor allem an Bauch und Brust bei Männern und an Hüften, Gesäß und Oberschenkeln bei Frauen), Verweiblichung und Unfruchtbarkeit bei Männern und Krebskrankheiten wie Brust-, Eierstock- und Prostatakrebs. (von Ori Hofmekler Fotos: Michael Neveux)
Frage: Sie empfehlen, mit unterschiedlichen Grifftechniken zu trainieren. Ich würde gerne wissen, was diese verschiedenen Griffe bewirken. Welche Grifftechnik kann ich beispielsweise bei Curls mit der Kurz- oder Langhantel anwenden? Mit welchem Griff sollte ich Lat- oder Klimmzüge absolvieren?
Antwort: Grundsätzlich gibt es neun verschiedene Griffvarianten für Oberkörperübungen. Drei mögliche Positionen für den Unterarm – den Supinationsgriff (Handflächen zeigen zum Kopf,), den neutralen Griff (halb-supiniert oder Hammergriff ) und den Pronationsgriff (Handflächen zeigen nach unten) – multiplizieren Sie mit den drei verschiedenen Griffweiten: eng, mittel und weit. Allerdings sind nicht alle Griffarten ergonomisch korrekt. So können Sie zum Beispiel kein Bankdrücken mit engem Supinationsgriff ausführen, ohne die Gelenke der Ellenbogen und Handgelenke ernsthaft zu beeinträchtigen. Gleiches gilt für Langhantel- Curls mit weitem Pronationsgriff.
Frage: Ich bin total irritiert. Ich habe gelesen, dass die meisten Top- Bodybuilder 20 oder mehr Sätze pro Körperpartie absolvieren. Doch nach Mike Mentzer sollte man pro Übung nur einen Satz für jede Muskelgruppe durchführen. In einem Heavy-Duty-Artikel haben zwei Sportwissenschaftler zahlreiche Studien analysiert, die das Training mit mehreren und einzelnen Sätzen miteinander verglichen. Wie sich herausstellte, zeigten die Resultate keine Unterschiede. Kann ich also auch einzelne Sätze machen? Ich habe nicht viel Zeit fürs Training, möchte jedoch das Bestmögliche aus meinen Übungen herausholen.
Antwort: Diese Studien untersuchten die Kraft und nicht das Muskelwachstum. Es ist ein großer Unterschied, ob man Kraft zulegt oder größere Muskeln bekommt. (von Steve Holman)
Der vielleicht am häufigsten gemachte Fehler beim Bodybuilding ist Übertraining. Und häufig geschieht es, ohne dass sich der Sportler dessen bewusst ist, da die Symptome zunächst nicht offensichtlich sind. Eine ärztliche Untersuchung würde jedoch vermutlich eine Vielzahl von Abnormalitäten zu Tage bringen. Dazu gehören zum Beispiel ein durch Muskelschäden bedingter Anstieg der muskelzellulären Enzyme sowie verringerte Glykogendepots im Muskel. Außerdem findet keine vollständige Muskelerholung statt. (von Jerry Brainum)
Wenn ich vor einem Wettkampf Diät halte, benutze ich ein ganzes Waffenarsenal gegen das Körperfett – die wichtigste ist ein ausgefeilter Kohlenhydrat-Zyklus. Der Körper benutzt Kohlenhydrate als Energiequelle. Sie unterstützen unser Training und geben genug Brennstoff für den ganzen Tag. Außerdem füllen sie unsere Glukose- und Glykogenspeicher auf und beugen damit der Erschöpfung vor. Mit dem Zyklus können Sie Kohlenhydrate aus hochwertigen Quellen essen, ohne Fett zuzulegen und gleichzeitig das Fett besser als Brennstoff nutzen – statt der Kohlenhydrate und der hart erarbeiteten Muskeln. Sind Kohlenhydrate der Feind? Diese Behauptung stimmt nicht. Nur bei schlechtem Timing werden sie als Fett gespeichert. Sie sind auch nur wegen der Low-Carb-Hysterie in Verruf gekommen. Noch vor ein paar Jahren stand das Fett im gleichen Ruf. Sind im nächsten Jahr etwa die Proteine dran? Das wird in der Bodybuilding- Welt nicht geschehen – Muskeln sind Protein.(von Tim Wescott)
Die wichtigste Zutat, die beim Bodybuilding über Erfolg und Scheitern entscheidet, ist die Ernährung. Sie macht bis zu 75 Prozent Ihrer Ergebnisse aus, im Guten wie im Schlechten. Glauben Sie aber nicht an Wunderdiäten oder Tricks. Essen Sie einfach ausgewogene Mahlzeiten, die Ihnen die richtigen Makronährstoffe bieten. Wenn Sie jedes nur erdenkliche Nahrungsergänzungsmittel im Schrank stehen haben, aber die eigentliche Ernährung aus Marshmallows besteht, haben Sie ein Problem. Supplemente sind schon sinnvoll, Sie sollten aber – wann immer möglich – richtige Lebensmittel wählen. (von Tim Wescott)
Mit 114 Kilogramm Wettkampfgewicht ist William „Bill“ Willmore einer der schwersten Neuprofis der IFBB. Seine Pro-Card erhielt er nach dem Sieg im Superschwergewicht und in der Gesamtwertung der NPC Nationals 2005. Im Mai dieses Jahres gab Bill sein Profi-Debüt: Bei Shawn Ray’s Colorado Pro errang er einen fünften Platz – eine hervorragende Leistung angesichts des stark besetzten Events, über das wir auf den Seiten 110 bis 115 in dieser Ausgabe berichten. Bei der New York Pro eine Woche später unterstrich er seine Ambitionen, zu den besten der Welt zu gehören, indem er abermals in die Finalrunde einzog. Damit gelang ihm auch die Qualifikation für den Mr. Olympia. Keine Frage also, dass ich mich mit dem Athleten aus Südflorida zusammengesetzt habe, um zu erfahren, wie er seinen phänomenalen Körper aufgebaut hat. (von Eric Broser • Fotos: Raymond Cassar, Bill Comstock und Isaac Hinds)
Manche bringen bei Wettkämpfen ihre Höchstleistung, andere sind dem zusätzlichen Druck nicht gewachsen. Es gibt Athleten, die bei Wettbewerben ihre persönlichen Bestleistungen schaffen oder in der Spitze landen, weil sie ein besonderes Gewicht gestemmt haben, oft bei ihrem ersten Versuch überhaupt. Andere aber versagen angesichts der Konkurrenz und sind nicht in der Lage, ihre Höchstleistungen abzurufen. Sehen wir uns einmal an, was diese beiden Gruppen unterscheidet und dann finden wir heraus, wie Sie zukünftig besser abschneiden können. Das gleiche Prinzip gilt für alle Aspekte unseres Lebens. Große Kämpfer haben ein unbändiges Selbstvertrauen: Das sind die Menschen, die denken: „Ich schaffe es“. Menschen, die eine Herausforderung prüfen und feststellen, dass sie sie bewältigen können. Sie können es sich schon denken: Sportler, die nicht so gut abschneiden, haben hier ein Defizit. Sie hören im Hinterkopf immer: „Ich bin nicht sicher, ob ich das schaffe“ oder noch schlimmer: „Ich werde versagen“. (von Dr. Randall Strossen • Fotos: Keith Berson und Michael Neveux)
Die Welt der Fitness, wie sie uns durch das Objektiv von Bill Dobbins erscheint, ist eine sinnliche, eine faszinierende, eine sexy Welt. Der Mann aus Los Angeles, Kalifornien, versteht es wahrhaftig, seine Models exzellent in Szene zu setzen.

Bei Shawn Ray’s Colorado Pro am 13. Mai 2006 in Denver geschah Folgendes: Shawn wandelte sich vom Wettkämpfer zum Promoter, Phil Heath legte seinen Amateurstatus ab und wurde Profi, und Gary Strydom kam nach einer zehnjährigen Pause wieder zurück auf die Bühne. Am Ende der Veranstaltung hatten alle drei gut lachen. „In meiner Rolle als Veranstalter erfüllte das Event sämtliche Erwartungen und sogar noch mehr“, sagte Shawn drei Tage danach. „Ich habe zwei Minivans gemietet, um die Athleten und alle anderen Beteiligten vom Hotel zum Veranstaltungsort zu bringen“, sagte Ray. „Als einer der Fahrer krank wurde, setzte ich mich ans Steuer. Ich fuhr sechsmal hin und zurück, und für die Kampfrichter mietete ich mir eine Limousine. So stellte ich mir das Leben eines Promoters vor, als ich noch aktiv an Wettkämpfen teilnahm.“ (von Lonnie Teper • Fotos: Raymond Cassar, www.muscletime.com)
Es schien wie eine Neuauflage von 2005: Strahlender Sonnenschein draußen und gute Leistungen in der Halle. Sicher, das Starterfeld war in früheren Jahren schon mal größer gewesen. Dennoch gab es zum Teil hervorragende Leistungen zu sehen. Viele hundert Zuschauer zogen das Bodybuilding dem Sonnenbad vor und begleiteten die Wettkämpfe mit zeitweise frenetischem Jubel. Eine tolle Stimmung, motivierend für die Athleten und den Veranstalter. (Text und Fotos: Andreas Kirsch, www.wikinger.com)
Zum ersten Mal seit langem fand die Deutsche Meisterschaft nicht in Münchens Vorort Germering statt. Der kleine Ort Gernsheim bei Augsburg wurde zum Austragungsort erkoren. So konnten die Athleten und Betreuer nach dem Wettbewerb immerhin keinen Unfug anstellen – dann sind in Gernsheim nämlich alle Gehsteige hochgeklappt. Das Programm begann mit dem Schaulaufen alter Body-Heroen. Schön anzusehen war der Besuch von Anja Langer und Jusup Wilkosz. Beide freuten sich sichtlich über den warmen Empfang auf der Bühne und den Jubel des Publikums. Nach den üblichen Ehrbezeigungen an die Adresse von Funktionären und Sponsoren konnte die eigentliche Meisterschaft mit dem Einzug der Mannschaften beginnen. (Text und Fotos: Andreas Kirsch, www.wikinger.com)
Die Korntaler Stadthalle bot einen perfekten Rahmen für die nationalen Titelkämpfe. Zahlreiche Sponsorenstände füllten das schicke Foyer. Ein integriertes Restaurant sorgte für das leibliche Wohl aller Beteiligten. Dass mit 70 Athleten weitaus weniger am Start waren als in der vergangenen Herbstsaison mit der Universe in Aachen als Höhepunkt, hatte man erwartet. Doch auch nur knapp 400 Zuschauer fanden den Weg in den Stuttgarter Vorort. Da hatte Veranstalter Attila Hercsuth sicher mit mehr Zuspruch gerechnet. Zwischen 15 und 18 WM-Tickets sollten an diesem Tag an die Athleten ausgetütet werden. Hundertprozentig sicher konnten sich nur die Klassensieger sein. Und die anderen – allen voran die Vizemeister – mussten sich vor allem durch eine ganz besondere Eigenschaft empfehlen: internationale Konkurrenzfähigkeit. (von Markus Rohde • Fotos: Jürgen Drescher, www.posedown.de)
Als sich die Pforten der Alsfelder Stadthalle öffneten, kamen uns bekannte und neue Gesichter entgegen. Neben den absoluten Wettkampfneulingen durften all jene teilnehmen, die international noch nie gestartet waren und national noch nie einen ersten oder zweiten Platz erringen konnten. Dieses Reglement gewährleistet eine gewisse Ausgeglichenheit in den Line-ups. In der Junioren-Fitness-Klasse überzeugte Ümit Kalmis mit seinen bekannten Qualitäten und verwies Viktor Rau auf Rang zwei. Fabian Zyzik (3.) fehlte noch etwas Härte, um ganz vorne mitzumischen. Sehr gut zu gefallen wusste Florian Wagenseil als Sieger der Junioren-Leistungsklasse. Vize Robert Eichhorn präsentierte klassische Linien. Seine Front- Doppelbizeps-Posen begeisterten selbst die Insider. Dennis Strank (3.) machte manchmal einen zu ernsten Eindruck. Die Athletik-Kategorie des Nachwuchses gewann Hannes Grossmann konkurrenzlos. Gleiches galt für Physique- Starter Boris Karsten, der durch bereits erheblich viel Muskelmasse beeindruckte. (Text und Fotos: Klaus P. J. Hoffmann, www.nabba.de)
Die Athleten, die zur Internationalen Deutschen Meisterschaft ins schöne saarländische Lebach bei Saarbrücken gereist waren, fanden die allseits bekannten positiven Rahmenbedingungen vor. Das Teilnehmerfeld umfasste insgesamt 15 Junioren, zwölf hübsche Damen, 42 Figurathleten und 24 Hardcore-Bodybuilder. Die Stimmung war während des gesamten Wettkampfs sehr gut, und das Publikum feuerte pausenlos seine Lieblinge an. In der Junioren-Fitness-Klasse siegte mit schönen Proportionen Björn Schloßmacher. Vize Ümit Kalmis wusste ebenfalls zu überzeugen, doch Björn war vielleicht einen ganz kleinen Tick härter. In der Nachwuchskategorie Leistung spielte Sascha Roth (1.) seine Routine aus... (Text und Fotos: Klaus P. J. Hoffmann, www.nabba.de)
Sollte man in seinen Trainingsplan regelmäßige Unterbrechungen einplanen? Das fragen sich viele Bodybuilder. Manchmal braucht man Pausen von einer Woche oder mehr, um sich zu regenerieren und sich für den nächsten Zyklus fit zu machen. Team-Universe-Champion und SPORTREVUE-Autor Skip La Cour schwört auf einen systematischen Pausenplan: sechs Wochen hartes Training, gefolgt von einer Woche Pause, und das das ganze Jahr lang.
Ich habe oft empfohlen, zu einer passenden Zeit (wie zum Urlaub oder zu berufsbedingt schwierigen Zeiten) zweioder dreimal im Jahr eine Woche Pause einzulegen – oder aber nach einem Wettbewerb. Ronnie Coleman leistet es sich, nach jedem Mr. Olympia drei volle Monate zu pausieren, damit er in den restlichen neun Monaten mit voller Kraft trainieren kann. Bis jetzt funktioniert diese Strategie wunderbar, denn er hat acht Mal den Titel geholt und will es in diesem Jahr zum neunten Mal versuchen.
Jeder von uns hat eine Muskelgruppe, die besonders gut wächst. Das können die Brust, die Arme, bei seltenen Exemplaren auch die Waden sein. Bodybuilder diskutieren seit Jahren darüber, was man mit den bevorzugten Muskeln machen soll. Soll man die Gelegenheit nutzen, ihr irres Potenzial voll auszuschöpfen? Oder sollte man sie dem Rest des Körpers anpassen, um die gesamte Symmetrie nicht zu gefährden?
Diese Frage musste sich auch Mustafa Mohammad stellen, als er merkte, dass seine Quadrizeps in unglaubliche Dimensionen vorstoßen konnten. Ein Blick genügt, und man merkt sofort, dass diese Muskeln bei ihm ein Eigenleben führen – jeder einzelne hat mit Sicherheit die Masse eines Kleinkinds. Aber da sich der Jordanier vor 20 Jahren entschied, einer der besten Bodybuilder der Welt zu werden, kam die Nutzung des vollen Potenzials nicht in Frage.
Manche Autoren raten Bodybuildern dazu, überhaupt kein aerobes Training zu absolvieren. Sie berufen sich auf Studien, wonach ein Workout mit Gewichts- und Cardiotraining den Kraftzuwachs hemmt. Die Untersuchungen zeigen, dass diese Trainingsarten verschiedene Vorgänge im Muskel ansprechen: Gewichtstraining fördert die Proteinsynthese, was wiederum Masse- und Kraftzuwachs bringt. Cardio hingegen erhöht die Sauerstoffaufnahme, was zu mehr Mitochondrien in den Muskelzellen und zur vermehrten Bildung von Blutgefäßen führt.
Leider hemmen diese Prozesse auch die Proteinsynthese im Muskel. So mag man meinen, dass Cardio direkt nach dem Widerstandstraining die Generierung von Massezuwachs aus dem Workout hemmen kann. Es gibt aber auch Untersuchungen, die davon ausgehen, dass mäßiges aerobes Training, nicht mehr als 45 Minuten pro Einheit, kaum oder gar keine Auswirkungen auf Muskelgröße und Kraftzuwachs hat.
Die Freisetzung von Wachstumshormon (HGH) wird in erster Linie durch Schlaf und Training gefördert. Die wichtigsten Reizfaktoren sind die Intensität und die Dauer des Trainings: Je höher die Intensität, desto größer die Ausschüttung von Wachstumshormon – ein zu langes Training schwächt jedoch die Freisetzung, weil dadurch hauptsächlich das katabol wirkende Hormon Kortisol vorherrscht.
Wenn größere Muskelbereiche trainiert werden, wie zum Beispiel Rücken und Oberschenkel, muss in der Regel auch intensiver trainiert werden. Dadurch wird eine größere HGHFreisetzung gefördert, als wenn man kleinere Muskeln bearbeiten würde, wie beispielsweise die Oberarme. Außerdem spielt das Alter eine Rolle: Jüngere Menschen produzieren mehr HGH als ältere.
von Jerry Brainum
Frage: Welche eher selten praktizierte Übung für den Oberkörper würden Sie gerne im Trainingsplan eines Bodybuilders sehen?
Antwort: Für die Muskelmasse des Oberkörpers favorisiere ich das Klimmziehen, mit oder ohne Hilfe. Wenn Sie meinen, Kniebeugen seien die Königsübung für die Beine, würden Sie Ihre Zeit wahrscheinlich nicht mit endlosen Sätzen an der Abduktorenoder Beinstreckmaschine verschwenden. Das Klimmziehen und seine Varianten sind das Äquivalent zu Kniebeugen, wenn es um Kraft- und Masseaufbau geht.
Viele militärische Eliteeinheiten verlangen von den Kandidaten, dass sie imstande sind, eine bestimmte Anzahl an Klimmzügen durchzuführen, bevor sie ihre Ausbildung antreten können. Und zwar deshalb, weil man mit Klimmzügen natürliche Kraft wirklich testen kann.
von Charles Poliquin
Aspartam ist ein Süßstoff, der unter dem Markennamen „Nutrasweet“ und unter verschiedenen anderen Produktbezeichnungen vertrieben wird. Er wurde 1974 von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA freigegeben und ist seitdem weit verbreitet. Tatsächlich ist Aspartam nach Saccharin der meist benutzte Süßstoff der Welt und in mehr als 6000 Produkten enthalten. Dazu zählen auch viele Nahrungsergänzungsmittel, die von Bodybuildern und anderen Sportlern eingenommen werden. Aspartam ist 180 bis 200 Mal süßer als Sukrose beziehungsweise Tafelzucker.
Aspartam besteht aus der Aminosäure Phenylalanin sowie aus Asparaginsäure und Methanol. Methanol gilt als der umstrittenste Bestandteil und ist unter anderem auch als „Holzgeist“ oder Methylalkohol bekannt. Ab einer gewissen Menge kann es schädlich sein. von Jerry Brainum
Die wichtigsten Supplemente sind Mineralien. Besonders dann, wenn Sie tagsüber oder unter Stress trainieren. Während Sie eine bewusste Fastenzeit einlegen, werden Schadstoffe im Körper freigesetzt, vor allem, wenn Fett verbrannt wird. Essenzielle Mineralien sorgen für den Schadstoffausstoß aus Ihrem Körper und halten Ihre Hormonwerte intakt. Außerdem bilden Mineralien den ersten Schutzschild gegen radioaktive Strahlung.
Doch leider unterschätzen die meisten Menschen die Bedeutung von Mineralsupplementen. Die wissenschaftliche Forschung weist darauf hin, dass viele Sportler einen Mangel an essenziellen Mineralien aufweisen. Dazu gehören Magnesium, Kalium, Kalzium und Zink.
Wenn Sie eine makrobiotische Diät machen, sollten Sie absolut kein Junkfood und keine veredelten Lebensmittel essen. Das jedenfalls behauptet Dr. Andrew Weil. Außerdem sollten Sie auf Eier und die meisten Fleischsorten verzichten sowie keinen Kaffee oder Alkohol trinken. Was also können Sie noch essen? Frischobst und Gemüse, frischen Fisch, Nüsse, Körner und Soja. Na klar: Sie werden Gewicht verlieren, weil die Diät fettund zuckerarm ist und Sie viele Ballaststoffe aufnehmen. Genügend Proteine zu bekommen, kann jedoch zum Problem werden. Gleichwohl ist das eine sehr gesunde Ernährungsweise. Doch wenn Sie eine makrobiotische Diät planen, sollten Sie besser auch Fisch und Nüsse mögen.
Den meisten Bodybuildern ist nicht bewusst, dass Kalzium eine große Rolle bei der Muskelkontraktion spielt. Und wenn sie eine Diät machen, kommt es höchstwahrscheinlich zu einem Kalziummangel. Tatsächlich nehmen über die Hälfte der US-Amerikaner zu wenig Kalzium oder Magnesium zu sich. Mein Rat: Selbst wenn Sie ein Multivitamin- und Mineralsupplement nehmen, sollten Sie auch auf ein Kalzium- und Magnesiumsupplement zurückgreifen. Insbesondere dann, wenn Sie Diät machen und im Studio weiterhin durch intensives Training den Muskelaufbau fördern wollen. Halten Sie nach einem Produkt Ausschau, das ein Kalzium-Magnesium-Verhältnis von 2:1 aufweist.
Essenzielle Aminosäuren (EAS) – vor allem Leucin – sowie ein paar Kohlenhydrate und Creatin bilden die Grundlage für Muskelgröße und -kraft. Zwei kürzlich durchgeführte Studien haben außerdem den gesundheitlichen Nutzen der EAS bestätigt.
Eine Studie wertete die Auswirkungen einer mit Leucin angereicherten Aminosäurenmixtur auf den Muskelproteinstoffwechsel aus. Als Testpersonen dienten ältere und jüngere Erwachsene. Die Forscher fanden heraus, dass die Anreicherung mit Leucin für die älteren Erwachsenen hilfreich war. Bei den jüngeren Probanden führte das zusätzliche Leucin zu keiner weiteren Stimulation des Muskelproteinstoffwechsels. Vom praktischen Standpunkt aus betrachtet bedeutet das: Für junge Bodybuilder sind EAS bestens geeignet. Sollten Sie ein wenig älter sein, geben Sie der Mixtur etwas mehr Leucin bei.
Ein Grundsatz der Ernährung lautet, dass man nach einer bestimmten Uhrzeit nicht mehr essen sollte. Das bedeutet für einige von uns: Nach 18 Uhr respektive nach dem Abendessen wird nichts mehr gegessen, wenngleich die abendliche Essenszeit bei jedem Menschen variiert. Eine zweite Regel besagt, dass die meisten Kalorien dann aufgenommen werden sollten, wenn man auch am aktivsten ist. Das ist bei den meisten tagsüber der Fall, und dann verbrennen sie am ehesten die überschüssigen Kalorien. Verschiedene Diäten wie die Atkins- oder die South-Beach-Diät pochen weiterhin auf diese Grundsätze.
Viele Bodybuilder halten sich auch daran, am späten Abend nichts mehr zu essen. Hauptsächlich deshalb, weil der Stoffwechsel während des Schlafs langsamer arbeitet und der Körper leichter Kalorien beibehält, so dass man dick bleibt oder Pfunde zulegt. Oberflächlich betrachtet erscheint dieser Grundsatz auch sinnvoll. Doch wohin wandern die Kalorien, wenn man gerade nicht aktiv ist? Die Forschung bestätigt, dass die Umsatzrate des Stoffwechsels während des Schlafs sinkt.
Wir wollen diesmal über das Training nach der Doggcrapp-Methode sprechen. Wer sich nicht in den einschlägigen Internetforen informiert hat, kennt vielleicht Dantes Doggcrapp- oder DC-Training nicht. Dafür brauchen Sie sich aber nicht durch das Netz zu quälen: Auf Seite 54 dieser Ausgabe finden Sie ein Interview mit Dante – Informationen direkt vom Guru. Natürlich haben wir seine effektive Massenaufbaumethode gleich ausprobiert. Interessiert? Das haben wir uns gedacht.
Worum geht es? Bei Dantes Doggcrapp- Technik geht es um Verbundübungen mit einem Trainingsgewicht, bei dem Sie nach acht bis zehn Wiederholungen die Erschöpfung erreichen. Dann folgen 20 Sekunden Pause, mit dem gleichen Gewicht nun fünf oder sechs Wiederholungen bis zum Versagen, 20 Sekunden Pause und das gleiche Gewicht mit etwa drei Wiederholungen. Wir reden also von drei Sätzen mit dem gleichen Gewicht und jeweils 20 Sekunden Pause dazwischen. Ist das intensiv? Na klar, aber ist es auch besser als ein paar normale Sätze?
von Steve Holman und Jonathan Lawson • Fotos: Michael Neveux
Wer schon viele Jahre trainiert, kann ernste Schwierigkeiten bekommen, immer mehr Masse draufzupacken. Ab und zu stößt man aber auf etwas, das plötzlich einen wahnsinnigen Wachstumsschub auslöst. Bei uns hatte sich die lange Quälerei plötzlich ausgezahlt: Ein paar Tricks bei den Übungen und ein paar schnelle, intensive Workouts brachten uns 50-Zentimeter-Arme. Fangen wir mit dem Trizeps an.
Zuerst möchten wir aber deutlich machen, dass jeder, aber wirklich jeder stets noch etwas Neues lernen kann. Und das Gelernte oder Wiederentdeckte löst manchmal sofort neues Wachstum aus. Wir hatten zum Beispiel eine Zeit lang Trizepsstrecken auf der Negativbank als erste Übung absolviert, aber dann ließen die Resultate nach. Also musste sich etwas ändern. Um Zeit zu sparen und Masse zuzulegen, verwendeten wir Kurzhanteln und absolvierten eine Verbundübung: Kurzhantelbankdrücken mit engem Griff. Man spart sich das Beladen der Hantel, das ist viel effektiver. Wir wussten einfach, dass ein Massewachstum unmittelbar bevorstand.
von Steve Holman und Jonathan Lawson • Fotos: Michael Neveux
Frage: Können Sie mir ein paar Tipps geben, wie ich meine Schultermasse aufbauen kann, um Sie meiner Brust und meinen Armen anzupassen? Ich kombiniere Brust und Schultern (Tag 1), Rücken und Trizeps (Tag 2), Beine und Bizeps (Tag 3) und pausiere am vierten Tag. Für die Deltas wende ich folgendes Programm an:
Nackendrücken 4 x 10
Kurzhanteldrücken im Sitzen 4 x 10
Frontheben 4 x 10
Seitheben in Bauchlage 4 x 10
Schulterheben mit der Kurzhantel 4 x 10
Antwort: Der Deltamuskel besteht aus drei einzelnen Köpfen: dem hinteren, mittleren und vorderen. Sie sollten darauf achten, dass Sie alle drei Sektionen gleichmäßig trainieren, um sie vollständig auszubilden.
von John Hansen
Jeder, der die Bodybuilding-Foren im Internet verfolgt, hat schon einmal von Doggcrapp-Training (DC) gehört. Seit dem Heavy-Duty-System des verstorbenen Mike Mentzer hat keine abgekürzte Trainingsmethode so viel Aufsehen erregt. Das liegt zum Teil auch an IFBB-Profi Dave Henry, der in nur zwei Jahren vom 77-Kilo-Mittelgewichtler zum 93-Kilo-Schwergewichtler mutierte. Er führt das auf das DC-Training zurück – und den Mann dahinter, nämlich Dante.
Tausende von Bodybuildern haben seitdem erfolgreich mit DC-Training gearbeitet, man könnte schon fast von einem Kult sprechen. Da ich beeindruckt war und dennoch Zweifel hatte, ging ich direkt an die Quelle, um Ihnen einen Eindruck zu vermitteln, worum es geht, weshalb es so gut funktioniert und inwiefern man alles Althergebrachte über Bord werfen muss. Dante bietet Ihnen an, Sie in eine ganz neue Welt der Kraft und Masse zu führen. Wenn Sie bereit sind, kann es losgehen.
von Ron Harris • Fotos: Michael Neveux
Was beschäftigt Sie hinsichtlich Ihres Trainings am meisten? Was irritiert, quält und stört Sie? Worüber sind Sie enttäuscht? Was behindert Sie und hält Sie von Ihren Fortschritten wie Fettverlust, Muskelaufbau oder Kraftzunahme ab? Wie sieht es mit Ihrer Energie, Ausdauer und Kondition im Allgemeinen aus?
Die Fragen sind noch nicht zu Ende gestellt, und schon heben die aus der ersten Reihe ihre Hände. Dann kommen Antworten wie: „Die Jungs im Studio starren immer auf meinen Hintern!“ („Trainiere besser zu Hause, Bob!“), „Die Gewichte sind morgens so kalt!“ („Dann trage doch Handschuhe, Bob!“) oder: „Ich habe lange Zeit trainiert, bis ich vor drei Wochen aufhörte, und nichts hat sich bei mir getan. Nichts, nichts und wieder nichts. Ich könnte heulen („Hi, Jane. Hast du Bob gesehen?“).
von Dave Draper • Fotos: Michael Neveux
Seit Jahrzehnten streitet man sich darum: Muss man für optimale Oberschenkel unbedingt Kniebeugen mit der Langhantel machen, oder geht das auch mit Kniebeugen an der Multipresse, Beinpressen und Hackenschmidt-Kniebeugen? Ich habe meine Meinung dazu öfter geändert. Die meisten absolvieren wegen einer aktuellen oder alten Verletzung keine Kniebeugen. Wegen der Schmerzen im unteren Rücken oder an den Knien können sie keine schweren Sätze mit der Hantel auf dem Rücken machen, oder sie haben Angst, sich wieder zu verletzen.
Ich selbst habe erst das Gefühl, ein Training für die Beine durchgeführt zu haben, wenn ich neben anderen schweren Übungen auch Kniebeugen gemacht habe. Und ich habe immer geglaubt, dass nur schwere Kniebeugen wirklich sinnvoll sind. Sonst könnte man ja gleich schwere Beinpressen oder etwas anderes machen. von Ron Harris • Fotos: Michael Neveux und Merv
Latzüge zum Nacken gelten als so gefährlich für die Rotatorenmanschetten, dass Sie wohl nicht allzu oft Bodybuilder sehen, die diese Übung machen. Und in der Tat können die Latzüge zum Nacken die Muskeln der Rotatorenmanschetten so stark schädigen, dass chronische Schmerzen fast jede Oberkörperübung unmöglich machen. Aber müssen sie so gefährlich sein? Gehören sie in die Hölle der schlechtesten Übungen? Nicht unbedingt!
Nach Gesprächen mit Toptrainer Charles Glass und Ms. Olympia Iris Kyle bin ich überzeugt, dass die Latzüge zum Nacken eine sichere und effektive Übung für die mittleren und unteren Trapezmuskeln und für die kleineren Detailmuskeln des oberen Rückens wie Rhomboiden, Teres Major und Minor sowie Infraspinatus sein können.
Bei meinen Klienten-Programmen achte ich darauf, dass sie nach den hebelgünstigsten Übungen bis zum Versagen genügend Erholung erhalten. Diese Übungen basieren auf einem reichen Schatz an Informationen. Seit 20 Jahren werte ich Fragebogen aller Klienten aus. Sie werden gebeten, die Maße ihres Muskel-Skelett- Systems einzutragen – vom Durchmesser von Handgelenk, Knie und Knöchel bis hin zu spezifischen Angaben zu Rückenform, Brustkorb, Breite und Form der Schlüsselbeine sowie die Länge der einzelnen Teile von Armen und Beinen. Daraus erkenne ich das Potenzial für die Hypertrophie.
Angenommen, Ihr Arm ist 89 Zentimeter lang und Sie sind 1,90 Meter groß. Sie haben relativ breite Schultern und einen robusten Brustkorb, aber Ihr Rücken geht von L-1 nach S-1 fast nach innen. Somit weiß ich, dass Ihre Trapezmuskeln, Rhomboiden und die Muskeln um das Schlüsselbein einen großen Teil der Last tragen.
Nach dem letzten, höchst kontroversen Mr. Olympia führten mehrere Internetseiten Umfragen durch, um zu ermitteln, wem unter den besten Fünf die Leser am ähnlichsten sehen wollten. Die Ergebnisse sollten dann die ideale Rangfolge widerspiegeln. Schließlich hat Mr. Olympia den Idealkörper, den wir alle anstreben.
Natürlich wollten mehr Leser lieber einen wohlgeformten und ästhetischen Körper wie etwa Victor Martinez, Dexter Jackson oder Dennis Wolf als die schieren Muskelberge der Massemonster wie Jay Cutler und Ronnie Coleman. Ich möchte jetzt gar nicht nach dem Wie und Warum dieser Meinungen fragen. Schließlich hat jeder seinen eigenen Geschmack. Was ich eher beunruhigend finde, ist das ganze Konzept, wie ein Top-Profi aussehen zu wollen – aber nicht aus den Gründen, die Sie jetzt vielleicht vermuten.
Wir kennen das Brennen bei den schwersten Sätzen und den letzten Wiederholungen. Mehr Wiederholungen gehen nicht, weil die Muskeln nicht mehr kontrahieren können. Sie fühlen sich nicht erschöpft an, sondern vernichtet. Da scheint es blöd zu sein, zu fragen, wo die Ermüdung beim Training bleibt. So blöd ist die Frage aber nicht. Es gibt viele Arten der Ermüdung und jedes Jahr neue Forschungen dazu. Zwei Arten der Ermüdung sollten Sie kennen: die periphere und die zentrale.
Zur peripheren Ermüdung gehören die Energiesysteme im Muskel selbst. Wenn die Muskeln sämtliche verfügbare Energie verbraucht haben, können sie nicht mehr kontrahieren. Und wenn die Nebenprodukte der Muskelarbeit wie Milchsäure und Kohlendioxid stark zunehmen, wird das Brennen stärker, und der Muskel kann kaum noch arbeiten.
Hat Ihnen jemals jemand gesagt „schwer oder gar nicht“? Glauben Sie es nicht! Sie müssen nicht jedes Workout schwer machen. Jedes zweite reicht, um Muskeln aufzubauen. Machen Sie ein paar Tage nach einem schweren Workout eine Pump-Einheit, und Sie können wegen der hoch anabolen Aktivität und der ausreichenden Erholung fast zusehen, wie die Muskeln jede Woche wachsen und detaillierter werden. Die meisten vergessen die leichten Workouts und verpassen damit so viel Stimulation für ihr Wachstum.
Pump, Übersättigung und Erholung
Leichtere Trainingseinheiten bis vor das Versagen und mit mehr Wiederholungen füllen die Muskeln und lassen sie größer, dichter und detaillierter wirken. Ein leichtes Workout machen Sie ein paar Tage nach einem extrem schweren. So haben viele Bodybuilder in der Prä-Steroid-Ära der 1950er und 1960er Jahre trainiert. Und wer es richtig machte, bekam große Muskeln – ohne Medikamente und Nahrungsergänzungen. von Steve Holman und Jonathan Lawson • Fotos: Michael Neveux
Frage: Gibt es eine Möglichkeit, um bestimmen zu können, ob ich übertrainiert bin? Ich möchte keine Fortschritte erzielen, nur um hinterher einen Trainingsstillstand zu erreichen, weil ich es im Studio übertrieben habe.
Antwort: Wenn Sie Motivation fürs Training haben, sich fit und gesund fühlen und im Spiegel erkennen, dass sich Ihr Körper positiv verändert hat, dann sind Sie wahrscheinlich nicht übertrainiert. Dennoch steigert sich zunehmend der Trainingsstress. Daher sollten Sie das Trainingspensum alle vier bis acht Wochen ein wenig verringern, abhängig von dem Programm, nach dem Sie trainieren.
von Steve Holman • Fotos: Michael Neveux und Raymond Cassar
Wir schreiben das Jahr 1964. In diesem Jahr wird jemand in New York geboren, der keine Gelegenheit auslässt, um dazuzulernen, kreativer zu sein, seinen Körper besser zu entwickeln und ihn auch zu zeigen. Selbst als er noch ein Teenager ist, kann man bereits erkennen, dass er das Potenzial zum Bodybuilder hat. Heute, in seinen 40ern, lebt Rusty Jeffers in Phoenix, Arizona. Rusty ist mittlerweile sehr bekannt, weil er seinen Rivalen bei den Masters Nationals 2004 einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte. Damals hatte er seinen Amateurstatus hinter sich gelassen, und da war es an der Zeit, seinen Körper auf der Profi- Bühne zu präsentieren. Jetzt klettert er die Karriereleiter herauf und scheint mit zunehmendem Alter immer besser zu werden. Wie macht er das? Was ist seine Strategie? Finden wir es heraus!
von Kris Gethin • Fotos: Rusty Jeffers
Frage: Ich befinde mich zur Zeit in der sechsten Woche eines achtwöchigen Trainingsprogramms, um Kraft aufzubauen (kürzlich schaffte ich beim Kreuzheben fünf Wiederholungen mit 100 Kilo und eine Wiederholung mit 115 Kilo). Ich habe mir auch zum Ziel gesetzt, meinen Bauchumfang um etwa 30 Zentimeter zu verringern. Aber ich möchte dabei natürlich nichts von meiner Kraft und meinen Muskeln einbüßen, die ich mir durch hartes Training aufgebaut habe. Mein Taillenumfang beträgt derzeit 100 Zentimeter, und ich möchte ihn auf einen Umfang von etwa 75 Zentimeter reduzieren. Das Interessante daran ist, dass ich eher ein endomorphes Aussehen habe, aber tatsächlich bin ich ein ektomorpher Körpertyp. Ich baue zwar langsam Muskeln auf (wenn ich eine Mahlzeit nach der anderen in mich hineinstopfe), aber meine Muskeln gehen auch wieder sehr schnell verloren – wenn ich zum Beispiel krank werde. Ich habe jetzt auch damit begonnen, an vier bis fünf Tagen pro Woche Cardio zu absolvieren (morgens 30 Minuten). Meine Kohlenhydrataufnahme beschränkt sich auf Haferflocken, die ich ebenfalls morgens esse, und mittags nehme ich noch zusätzlich einige komplexe Kohlenhydrate zu mir. Abends esse ich dann nur noch Gemüse. Ich versuche auch, meine Proteineinnahme beizubehalten. Und so sieht meine Diät aus:
von John Hansen • Fotos: Michael Neveux
Ein unter Bodybuildern sehr beliebtes Supplement ist ZMA. Die Abkürzung weist auf seine wichtigsten Bestandteile hin: 30 Milligramm Zink, 450 Milligramm Magnesium-Aspartat und 10,5 Milligramm Vitamin B6 (Pyridoxin). Das B6 hat man deshalb beigegeben, weil es als ein Coenzym bei chemischen Reaktionen eine Rolle spielt, die mit der Aufnahme und Absorption des Mineralgehalts verbunden sind. Es wird empfohlen, vor dem Schlafengehen drei Kapseln ZMA einzunehmen, denn das Magnesium wirkt als Schlafhilfe.
Nach Auffassung der Forscher, die ZMA entwickelt haben, leiden viele Sportler unter einem Zink- und Magnesiummangel. Die lebensnotwendigen Mineralien aktivieren über 300 wichtige Enzymsysteme im Körper. Dazu gehören auch diejenigen, die mit der Protein- und Kohlenhydrataufnahme, der Hormonausschüttung und der Fettverbrennung in Zusammenhang stehen. Es ist daher leicht einzusehen, dass ein Zinkund/ oder Magnesiummangel die Fortschritte im Muskelaufbau sowie im Allgemeinen behindert.
von Jerry Brainum • Foto: Michael Neveux
Ihre Muskeln bestehen zu 70 Prozent aus Wasser. Grund genug also, jeden Tag genug davon zu trinken. Und hier noch ein weiterer Grund: Wasser bringt den Stoffwechsel auf Hochtouren. Forscher führten eine Studie durch, um die thermogenen Auswirkungen von Wasser zu untersuchen, das heißt die Umwandlung von Fettkalorien in Wärme: Jeweils sieben Männer und Frauen im Durchschnittsalter von 27 Jahren tranken 500 Milliliter kaltes Wasser. Das führte zu einem 30-prozentigen Anstieg des Stoffwechsels gegenüber seinem Ruhezustand. Diese Steigerung vollzog sich innerhalb von zehn Minuten. Sie erreichte ihren Höhepunkt 30 bis 40 Minuten, nachdem die Probanden das Wasser getrunken hatten. Der beschleunigte Stoffwechsel hielt über eine Stunde an.
Eine Studie untersuchte, wie Creatin absorbiert wird, wenn es als Bestandteil in einem Getränk und in zwei verschiedenen Arten von Nahrungsriegeln enthalten ist. Die Riegel beinhalteten entweder Protein oder Beta-Glucan, ein löslicher Ballaststoff, der in Hafer und Gerste vorkommt. Sowohl bei dem Getränk als auch bei den beiden Riegeln betrug die Creatin-Dosierung jeweils zwei Gramm.
Die Probanden bekamen das Creatin für eine Woche dreimal täglich in einer bestimmten Form verabreicht, und in einer zweiten Woche nahmen sie es in einer anderen Form zu sich. Das heißt, in der ersten Woche nahmen sie es in flüssiger Form über das Getränk auf und in der zweiten Woche über den Proteinriegel und den Riegel, der Beta-Glucan enthielt.
Bereits im Jahr 2003 werteten norwegische Wissenschaftler die bisher umfangreichste Studie über konjugierte Linolsäure (CLA) aus. Das Ergebnis war eindeutig: Bei den mit CLA behandelten Personen konnte eine etwa zehnprozentige Reduktion des Körperfetts und gleichzeitig eine Erhöhung des Anteils der Muskelmasse um zwei Prozent festgestellt werden.
CLA setzt also an zwei Punkten an: An den Fettzellen (dem Hauptdepot für Fett im Körper) und an den Muskelzellen; also dort, wo das Fett verbrannt und in Energie umgesetzt wird. Klinische Studien zeigen, dass CLA die Körpermasse verringert, indem es die Einlagerung von Fett in die Fettzellen vermindert und gleichzeitig die Fettverbrennung in den Muskeln erhöht. Die physiologische Reduzierung der Körperfettmasse mit Hilfe von CLA kann dazu beitragen, den „Jo-Jo-Effekt“ zu verhindern, der sich nach einer Diät einstellen kann.
Frage: Ich bin 29 Jahre alt, 1,76 Meter groß und trainiere seit etwa drei Jahren. Bisher habe ich nur vier Kilo zugenommen (von 72 auf 76 Kilo). Meinen Trainingsplan ändere ich alle sechs bis acht Wochen, und auf meine Ernährung achte ich auch. Seit zwei Jahren nehme ich zusätzlich Aminosäuren, aber irgendwie hänge ich momentan fest, und es tut sich nicht viel. Kannst du mir helfen, noch ein paar Kilo Muskelmasse auf gesundem Wege zuzunehmen?
Antwort: Vier Kilo Gewichtszunahme in drei Jahren sind sehr wenig. Die Fehler liegen bei deinem Training und/ oder deiner Ernährung. Auch wenn du sagst, dass du dich gut ernährst, ist eine solche Einschätzung doch subjektiv.
von Andreas Frey • Foto: www.freynutrition.de
Reg Park war einer der größten Bodybuilding-Stars aller Zeiten. Er hat einen Eindruck hinterlassen, der nie vergehen wird. Er war größer als das Leben selbst, ein echter Champion. Am 22. November 2007 starb er an Hautkrebs im fortgeschrittenen Stadium. Bei einer Feier zu seinen Ehren versammelten sich am 16. Dezember 2007 mehr als 200 Freunde und Bewunderer im Fairmont Miramar Hotel in Santa Monica, Kalifornien, zu einer privaten Party, veranstaltet von Arnold Schwarzenegger und seiner Frau Maria Shriver.
Reg war der erste Mann, der dreimal Mr. Universum wurde, und das jeweils mit sieben Jahren Abstand, 1951, 1958 und 1965. Auch im Filmgeschäft war er als Hauptdarsteller in fünf Herkules-Filmen erfolgreich. Darüber hinaus besaß er fünf Sportstudios in Südafrika und war ein vorzüglicher Promoter, der im ganzen Land Wettkämpfe veranstaltete. Und er brachte das hoch angesehene Bodybuilding-Magazin „Reg Park Journal“ heraus. Er trainierte zahlreiche erfolgreiche Sportler und Bodybuilder und hatte als Mentor und Motivator einen großen Einfluss auf Arnold Schwarzenegger.
von Gene Mozée • Fotos: Weider Health and Fitness, Jon Jon Park und SPORTREVUE-Archiv
Jeder Sportfan weiß, wie wichtig die Sprungkraft in Sportarten wie Basketball, Volleyball und natürlich Hoch- und Weitsprung ist. Viele Trainer und Sportler achten nicht besonders auf die Sprungkraft, obwohl sie doch so wichtig für die Leistung und den Ausgang eines Wettbewerbs sein kann. Zum Beispiel beim Fußball. Wenn ein Stürmer höher springen kann als ein Verteidiger, ist er entscheidend im Vorteil, was natürlich umgekehrt auch gilt: Kann der Verteidiger gut springen, kann er einen Pass abfangen, bevor er den Stürmer erreicht. Und beim Torwart ist die Sprungkraft von ganz besonderer Bedeutung, um den Ball abzufangen und ein Gegentor zu verhindern.
Auch im Baseball ist eine gute Sprungkraft von Vorteil. Man sieht es, wenn ein Außenfeldspieler über die Wand springt und verhindert, dass der Ball das Spielfeld verlässt, oder wenn ein Innenfeldspieler so hoch springt, dass er dem Schlagmann einen Treffer verwehrt. Auch ein Tennisspieler sollte gut springen können. Beim Lacrosse ist die Sprungfähigkeit ebenfalls wichtig, um über die Gegner zu schießen und Netzpässe zu schlagen.
von Bill Starr • Fotos: Michael Neveux
Testosteron ist ein primäres anaboles Hormon, und die enorme Massivität mancher Bodybuilder und Athleten ist unmittelbar auf die Kombination aus anabolen Steroiden und schwerem Training zurückzuführen. Dass auch Training dazu gehört, wird aber oft übersehen. Wegen der effektheischenden Berichte in den Medien glauben viele, dass schon die Einnahme anaboler Steroide zu riesiger Masse und außergewöhnlichen Leistungen führt. Dabei fallen die Ergebnisse unterschiedlich aus.
Ich kenne viele Bodybuilder, die die gleichen Mittel nehmen wie ihre großen Vorbilder, aber nie die Muskeln eines Champions aufbauen. Natürlich spielt die Genetik eine Rolle. Das Gleiche gilt für den Sport: Der Gedanke, dass man mit bestimmten Substanzen Rekorde aufstellen oder die Tour de France gewinnen kann, ist abwegig. Ohne genetisches Potenzial und hartes Training klappt das nicht. Auf der anderen Seite erreichen die meisten Menschen durch Doping eine Muskulatur, die natural nicht möglich gewesen wäre. von Jerry Brainum • Fotos: Michael Neveux
Frage: Ein Freund von mir trainiert seit zwei Jahren nach Mikes komprimiertem Programm und hat viele Muskeln zugelegt. Und zwar so viel, dass einige meiner Freunde und ich jetzt auch zu diesem Programm übergewechselt haben. Ich trainiere nun seit zwei Monaten nach diesem Programm. Leider habe ich jedoch nur Kraft, aber überhaupt keine größeren Muskeln aufgebaut. Meine Freunde dagegen konnten größere Muskeln entwickeln. Meinen Sie, dass ich mein Trainingspensum steigern müsste? Oder sollte ich mein Training und meine Ernährung umstellen, um wieder Muskeln aufbauen zu können?
Antwort: Ihre Frage ist schwer zu beantworten. Ich bräuchte genauere Angaben, um Ihre Trainingssituation genau einschätzen zu können. Und darüber hinaus wird Ihnen meine Antwort vielleicht gar nicht gefallen.
Sie sagen zum Beispiel nicht, ob Sie eines von Mikes Büchern gelesen haben, etwa „High Intensity Training the Mike Mentzer Way“ oder „The Wisdom of Mike Mentzer“. In beiden Büchern erklärt Mike sein komprimiertes Programm und die zugrunde liegenden Prinzipien. Wenn Sie beispielsweise ein Programm befolgen, bei dem Sie nur einmal pro Woche zwei oder drei Sätze absolvieren, aber bei keinem Satz bis zum positiven Muskelversagen trainieren, werden Sie womöglich überhaupt kein Muskelwachstum stimulieren. Ihre Freunde dagegen trainieren vielleicht härter nach demselben Programm und regen somit auch das Wachstum an.
von John Little • Fotos: John Balik und Michael Neveux
Wir müssen miteinander reden. Wo waren Sie neulich? Jedenfalls nicht im Studio. Wir haben Sie auch nicht im Reformhaus gesehen, und man sagt, dass Sie nicht mehr im Park joggen gehen. Als wir Ihren Abfall durchsuchten, fanden wir zerdrückte Pizzakartons, leere Bierdosen, Cola-Becher und Kuchenverpackungen.
Wir machen uns Sorgen um Sie! Wir, das ist das berühmt-berüchtigte Bomber-Online- Muskel-Büro, kurz: BOMB. Wir schrecken vor nichts zurück, um Sie an Ihre Verpflichtungen zu erinnern, die Sie gegenüber dem Studio haben. Denn: Wer Gewichte hebt, der überlebt!
Was in einem Mann oder in einer Frau vorgeht, um sein oder ihr Training abzubrechen, war den Psychotherapeuten der BOMB-Abteilung lange ein Rätsel. Dafür gibt es unzählige Gründe, vermischt mit schönen Ausreden. Und viele davon haben auch ihre Berechtigung: Desinteresse, Enttäuschungen, Mühsal, Überdruss und Schmerzen.
von Dave Draper; Foto: Michael Neveux
Da hatte sich der Landesverband NRW des DBFV am 10. November eine Meisterschaft der Extraklasse an Land gezogen. Obwohl das bevölkerungsreichste Bundesland nie unter Sportlermangel leidet, gab es mit 51 Teilnehmern ein Starterfeld wie selten zuvor.
Die Newcomer-Klasse konnte Daniel Konietzko für sich entscheiden. Nur wenige Punkte dahinter wurde der ebenso sehr symmetrische und elegant auftretende Frank Ratschow Zweiter. Beide entsprachen dem klassischen Ideal des Bodybuilding, besaßen eine tolle V-Form und wohlproportionierte Muskelgruppen. Alexej Schneider (3.) bestach in erster Linie durch Masse und Härte, wenn er „durchdrückte“. Die größte Strahlkraft in dieser Klasse ging allerdings vom Viertplatzierten aus: Wenn Sascha Tißen einmal richtig hart sein sollte, wird es schwer werden, an ihm vorbeizukommen.
Text und Fotos: Andreas Kirsch, www.wikinger.com
Text und Fotos: Karsten Pfützenreuter
Traditionell erfolgen im Rahmen der Internationalen NRW-Meisterschaft auch die nationalen Titelkämpfe der Senioren. Beim DBFV gilt man als Senior, wenn man als Mann den 40. und als Frau den 35. Geburtstag gefeiert hat.
Man mag vor allem die Athletinnen wirklich nicht so nennen, wenn man sie auf der Bühne sieht: Feminine Eleganz und zugleich eine ordentliche Muskelmasse. Und speziell im Fall der Siegerin Sibylle Eleftheriadis in allen Belangen so perfekt dargeboten, dass es nichts zu verbessern gibt. Regine Nowka, die bereits ihre Klasse auf der NRW-Meisterschaft hatte gewinnen können, musste sich der massiveren Sibylle geschlagen geben. Die Unterschiede waren einfach zu deutlich. Nicole Allekotte wurde wohl mangels Härte Dritte, mit geringem Abstand zu der enorm definierten Regine.
Text und Fotos: Andreas Kirsch, www.wikinger.com
Erstmals zeichnete Elke Lätzsch, Vorsitzende des NAC Ostdeutschland, für die Organisation und Durchführung einer Internationalen Deutschen Meisterschaft verantwortlich. In Bezug auf den Austragungsort fiel ihre Wahl auf das Kulturhaus der Stadt Ludwigsfelde unweit von Berlin: Das Haus bot eine hervorragende Licht- und Tontechnik, eine große Bühne und ein geräumiges Foyer.
Die Ms.-Fitness-Klasse war wahrlich eine Augenweide: Ilka Vogel zeigte eine begeisternde Kür und konnte auch die Line-up- Runde für sich entscheiden. Nicht zuletzt dank ihrer außergewöhnlichen Bühnenpräsenz holte sie sich verdient den Titel. Lyen Wong (2.) trat diesmal etwas zu definiert auf, wirkte dadurch etwas hager. Die amtierende Deutsche Meisterin Saskia Hartert (3.) überzeugte erneut im Abendkleid, konnte aber trotz enormer Steigerungen zu den Vorjahren bei der Kür noch nicht mit Ilka und Lyen mithalten.
von Markus Rohde • Fotos: Jürgen Drescher, www.posedown.de
Um es vorwegzunehmen: Die WFF-Weltmeisterschaft am 10. November 2007 war ein qualitativ hochwertiges Ereignis. Insbesondere die Osteuropäer drückten dem Wettbewerb ihren Stempel auf. Slowenen, Slowaken, Litauer und Russen spielten die erste Geige. Stark waren aber auch die Franzosen und Holländer.
Gastgeber Deutschland wurde durch den Gesamtsieg der Frauen-Performanceklassen durch Susan Malekpur-Shirazi in persönlicher Bestform ausgezeichnet repräsentiert. Ebenso durch den Gesamtsieg der Frauen- Superbodyklassen durch Katrin Güth mit einer großen Ausstrahlung und einem souveränen Bühnenauftritt.
Text und Fotos: Klaus P.J. Hoffmann, www.wff-international.com
Am 3. November ging die vierte Deutsche Meisterschaft der GNBF in Lübbenau (Brandenburg) über die Bühne. Mit 58 Athletinnen und Athleten hatte sich die Teilnehmerzahl gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt. Großen Anteil am Gelingen des Wettkampfs hatten auch die Stadt, die durch den Bürgermeister Helmut Wenzel vertreten wurde, und das „Spreewelten Sauna und Badeparadies“, den Exklusivsponsor der Meisterschaft. So konnte man beispielsweise den Teilnehmern eine kostenfreie Unterbringung in Lübbenau gewährleisten – ein Angebot, das von vielen dankend angenommen wurde.
Vor den rund 700 Zuschauern präsentierten sich als Erstes die Junioren. Die gezeigten Leistungen der neun Athleten bis zum vollendeten 21. Lebensjahr waren so gut, dass ich wohl ohne Übertreibung von der bisher besten Nachwuchsklasse im Natural-Bodybuilding sprechen kann. Allen voran Florian Gallant (1.), der bereits 2005 den Titel gewann. Im letzten Jahr noch aufgrund mangelnder Definition Pierre Vierling unterlegen, präsentierte sich Florian nun in bestechender Form: Solide Muskelmasse, extrem gute Definition sowie eine harmonische Körperentwicklung ließen keinen Zweifel daran aufkommen, dass der Sieg nur über ihn gehen konnte.
von Berend Breitenstein, www.gnbf.de • Fotos: Roland Hottas
Wir haben ja schon tausendmal gehört, dass ein Champion gute Gene braucht. Sie können das gleiche Programm absolvieren, genauso essen und sogar die gleichen Substanzen nehmen – wenn Sie das toll finden – und sehen trotzdem nicht aus wie ein Mr. Olympia. Aber die wenigsten haben versucht festzustellen, welche Gene sie haben, und so kann man das Resultat des Trainings schwer voraussagen. Einige haben aber trotz so genannter schlechter Genetik, schmalen Schultern oder breiter Taille, großen Erfolg im Bodybuilding gehabt. Diese Entschlossenheit und etwas Grips wie das Kaschieren offensichtlicher Mängel durch die Betonung der Stärken haben schließlich zum Erfolg geführt. (von Jerry Brainum • Fotos: Raymond Cassar)